Frühjahr, sehr beschäftigt

Die noch ziemlich saubere Escapade, ein Fischer und der Liefer-und Werkstattwagen von Guy

Nach einer herrlich warmen Periode, in der wir die Biminis auspackten und aufstellten, tatsächlich an Deck sitzen konnten um zu Mittag zu essen und spätnachmittags ein Glas Wein zu trinken, sitzen wir nun vorübergehend wieder an der Wärme in Socken und Strickpullis. Nichts desto Trotz halten Frühlingsgefühle und Reisefieber an.

Leider stehen noch zwei, drei ärztliche Kontrollen an, aber nach Ostern sollte die Zeit gekommen sein, um endlich die Leinen lösen zu können und dann heisst es tschüss Sillery, tschüss Champagne. Wir werden gerne an diese Halte nautique zurückdenken. Der Winter war zwar über die Massen trübe und kalt, der Mangel an Sonne machte sich eindeutig bemerkbar, aber der Liegeplatz ist hübsch, gut gelegen und alles Wesentliche befindet sich in der unmittelbaren Nähe.

Für die kommende Fahrsaison haben wir auch schon drei Besuche angemeldet erhalten, und es werden sicher noch einige mehr werden. Nach diesen zwei ziemlich einsamen Jahren freuen wir uns riesig auf menschliche Kontakte, das Zusammensein mit vertrauten Menschen und einen 1:1 Austausch!

Frühjahr: Putzen, Pflegen, Ersetzen, Austauschen, Neuanschaffungen – und das wohlverdiente Bier

Inzwischen sind wir die „alten neuen“ Batterien, die letzten September eingebaut wurden und uns in der Folge schändlich im Stich gelassen hatten weil deren Spannung nach kürzester Zeit in sich zusammenfiel, wieder los. Ersetzt wurden sie mit 6 marinen Batterien, jede 62 Kilo schwer. Diese und die brandneuen Sonnenkollektoren werden uns unabhängiger denn je von einer Steckdose machen und uns helfen unserer Passion, wild und frei anzulegen, wieder frönen zu können. Es geht nichts über ein paar Nächte mutterseelenallein in der Natur, mit höchstens ein paar Kühen, Pferden oder Schafen als Gesellschaft. Im Dunkeln hören da wir Rehe rufen, Füchse bellen und das Geplansche der Karpfen oder Zander. Frühmorgens, noch im Bett, folgen jeweils das Konzert der Vögel, die wabernde Spiegelung des Sonnenlichts an der Kabinendecke und, während des Herauslassens des ersten Kaffees, der romantisch aufsteigende Dunst auf dem Wasser. Was gibt es herrlicheres?

Während der Wartezeit bis zum Ablegen stocken wir Vorräte auf, ersetzen allerlei (vom Feuerlöscher bis zur Bettwäsche für unsere Gäste), verbessern und werkeln hier und dort etwas, machen Frühlingsputz und misten Schränke und Schubladen aus. Unnötiges geben wir einem Sozialwerk ab oder bringen es ins Recyclingcenter. Vieles stellen wir auch einfach neben die Abfallcontainer des Hafens; am nächsten Morgen ist das jeweils verschwunden und wir haben jemanden glücklich gemacht. Da wir nun einen genialen Einkaufscaddy haben, der wahlweise auch als Sackkarren oder Radanhänger fungieren kann, landeten unsere altgedienten Rad-Saccochen ebenfalls neben den Containern. Lustigerweise leben meine jetzt auf dem Nachbarboot. Die wissen wahrscheinlich gar nicht woher sie kommen, denn an meinem Rad haben sie die nie gesehen, weil wir die 5 Minuten zum Supermarkt natürlich zu Fuss gehen. Nun sehe ich „meine“ Saccochen weiterhin hier herumkurven.

Der Saharastaub hatte uns gründlich eingedeckt. Natürlich konnten wir den so nicht liegenlassen. Auch sonst hatte das Boot den Winter über ordentlich Dreck angesammelt. Wir schwemmten erst mit viel Wasser alles weg um danach noch ins Detail zu gehen. Wir genossen einige Tage auf einem blitzblanken Boot und waren gar mächtig stolz auf uns. Leider kam nochmals eine Ladung aus der Sahara in unsere Richtung und die Arbeiten an Bord von letzter Woche, dem hin und her, rauf und runter, machten es umso schlimmer. Wir wissen nun was wir in der kommenden Woche zu tun haben: Kärcher raus, bewaffnen mit Eimer, Schwamm und Bürste, dazu Essig, Alkohol und Seife, und los gehts! Denn nichts macht so viel Freude wie ein glänzend sauberes Boot.

Sicht von einer Brücke aus auf den Aisne-Marnekanal
Der türkisfarbene Aisne-Marnekanal, im Hintergrund der Hafen von Sillery

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Frühjahr, sehr beschäftigt“

  1. It must be so nice to finally have Winter behind you. It must also seem a bit perverse that we from the Antipodes chose to leave the Australian Sumner for Winter here in Switzerland. But that is the nature of Man – always restless, always on the move. We hope that the final medical checks are positive and that you have a great year ahead on the canals with friends. Bon voyage ⛵️

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  2. Herrlich ! neue positive Kommentare, nach eine so lange Wartezeit fast ohne Nachrichten von Ihnen ! Gut zu lesen dass alles positiv weitergeht, neue Projekte, und eine gemühsame Reise ganz ruhig nach, hoffentlich, Elsass ! Eine angzliche frage trotzdem: Sie erwähnen niemals unsere vierbeine Freunde: ist auch hier alles in Ordnung ? Alles gutes für Ihr kurzfristiger Zukunft, und schöne Reise im französiche Natür ! Ihre Freunde Bernadette und Claude

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    1. Vielen herzlichen Dank für diese liebe Antwort. Die Hunde sind zwar nicht erwähnt (habe aber einen Bericht über sie in Vorbereitung), aber es geht ihnen bestens. Wir freuen uns auf die Reise und vor allem auch aufs Elsass und ein Wiedersehen mit Euch. Herzliche Grüsse

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