Oktober in Soissons

Oh, es ist schon eine ganze Weile her seit meinem letzten Beitrag. Kein Wunder, denn es ist so: wir haben uns ein wenig verliebt. In Soissons.

Nach Compiègne und der Montage der neuen Batterien, legten wir umgehend ab um auf einer regnerischen, aber nichts desto trotz herrlichen Fahrt die Aisne rauf in Vic-sur-Aisne anzulegen. Da hatten wir ein kurzes aber heftiges Abenteuer, indem am Abend um zehn Uhr alle Glocken schrillten: alle drei Kohlenmonoxyd-Melder schlugen Alarm. Wir waren da schon gerade angenehm ins Bett gekuschelt und am Lesen. Total geschockt wollten wir jedoch nichts anbrennen lassen und da CO geruchslos und schnell tödlich sein kann, riefen wir um Hilfe. Die pompiers kamen mit Grossaufgebot, ausgerüstet wie Darth Vather aus dem Krieg der Sterne. Wir wurden freundlich, aber bestimmt aus dem Boot hinaus geschickt, in einem Spezialfahrzeug einem Gesundheitscheck unterzogen und genauso freundlich und bestimmt daran gehindert, auf dem Boot zu schlafen. Zwei Nächte kampierten wir im Sitzungssaal der Mairie, die Installation der Batterien wurde kontrolliert, nichts gefunden. Die CO-Melder zeigten jedoch immer noch an. Wir fanden heraus, dass es einen Zusammenhang geben muss mit dem Aufladen der Batterien. Wir beschlossen in die nächstgrössere Stadt zu fahren um weitere Abklärungen zu machen.

Der Liegeplatz und die Aisne

Fazit, nach Tagen von Testen und Suchen: Bei den Emissionen handelt es sich nicht um Kohlenmonixyd sondern Wasserstoff, den die neuen Batterien absondern. Auch ungemütlich, aber weniger gefährlich, da es sehr viel Hydrogen in der Luft braucht, um explosiv zu werden. Ich bin ja diesbezüglich nicht gerade eine mutige Person, wir lüften jetzt einfach gut durch, wenn die Batterien am laden sind, cross the fingers!

Trotz dieser ziemlich unangenehmen Situation haben wir uns überraschend in Soissons verliebt. Wir lagen an einem langen Steinkai, mitten in der Stadt, nahe von diversen Pärken, Promenaden, in Gehdistanz zu Restaurants und Läden, und trotzdem ruhig. Die Stadt ist nicht riesig, hat hübsch gestaltete Strassen und Gassen, viel Grün und freundliche Menschen. Sie wurde im ersten Weltkrieg zu 80% zerstört, wieder aufgebaut und dies entweder originalgetreu oder in einem dezenten Art Déco. Hübsch, wirklich attraktiv! Die Aisne fliesst träge zwischen den beiden befestigten Ufern hindurch, wird rege von einem Ruderklub benutzt und auch mittelgrosse Transportschiffe kommen hier durch. Die Kais und die Parks werden von den Bewohnern als Flanier-und Spaziermeilen genutzt. Eine durch und durch lebens-und liebenswerte Stadt.

Die Parks in Soissons

Tolle drei Wochen verbrachten wir in dieser Stadt und langweilten uns keine Sekunde. Wir verwöhnten uns mit morgendlichen Croissants von einem der nahen Boulangeries, gingen aus in Restaurants, zum Flanieren in die Stadt oder dem Ufer entlang und in den vielen, herbstlichen Parks mit den Hunden auf stundenlange Spaziergänge. So ganz nebenbei wurde uns auch eine neue Heizung eingebaut. Eigentlich hätten wir schon längst an unserem Winterplatz eintreffen müssen. Die Meldung, dass der weiterführende Kanal in der folgenden Woche für 14 Tage schliessen würde, machte uns dann Beine. Ohne diese Passage kämen wir nicht in die Gegend von Reims und so mussten wir wirklich schweren Herzens ablegen. Wieder einmal hatten wir einen Ort gefunden, wo wir uns sagen: Hier könnten wir wohnen.

Die Stadt Soissons

Au revoir, Soissons!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Oktober in Soissons“

  1. Musste es so ein dramatischer Zwischenfall sein, um sich neu zu verlieben? Nein, wenn ich die herrlichen Bilder sehe, hätte es sowieso gefunkt zwischen euch und Soissons! Aber ihr habt den romantischen Ort sicher doppelt so sehr genossen nach dieser Aufregung. LG und gute, zwischenfallfreie Weiterfahrt! Anke

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