Ein riesen Stein fiel uns vom Herzen

Geschafft, wir haben neue Batterien und können uns jetzt wieder entspannen. Oben im Bild sind wir ganz klein rechts unterhalb der Brücke zu sehen.

Vom Moment an, wo wir in Chauny erfahren hatten (frühmorgens, wir waren noch im Bett bei Kaffee und Lektüre), dass die Batterien in Compiègne eingetroffen sind, ging es uns schon wesentlich besser. Um den Mittag herum hatten wir bereits abgelegt und fuhren den Seitenkanal der Oise gen Pont L’Evèque (Bischofsbrücke, so genannt, weil da mal ein Bischof mit Brückenzöllen seine Kasse füllte, oder so) und Compiègne. Dieser Seitenkanal ist ziemlich gerade, schlägt bloss ein paar Kurven, ist aber schön breit, die Treidelpfade werden intensiv von Radlern und Spaziergängern genutzt, dahinter Dörfer und flache, bewaldete Hügel. Mit all dem Winken und Gucken war es gar nicht langweilig.

In Pont L’Evèque, einem hübschen Städtchen mit vielen ortstypisch reichverzierten Backsteinhäusern, fanden wir neben grossen Péniches zwei Poller und übernachteten da. An diesem Ort zweigt der Canal du Nord ab und an dessen Verzweigungspunkt lagen wir an Land. Die grossen Lastkähne kamen einer um den andern vorbei, der letzte um halb zehn in der Nacht. Der Erste am Folgetag pünktlich zur Schleusenöffnung um acht Uhr. Von sachte geschaukelt bis heftig herumgeschüttlelt war da alles drin.

Den folgenden Tag verbrachten wir erst weiterhin auf dem nun von West auf Südwest fliessenden Oise-Seitenkanal bis Thourotte, ein ganz dem Kanalbetrieb gewidmetem Dorf mit langen Kais voll von Booten, und von da auf die nun schiffbare Oise. Von hier aus mussten wir mit grossen, breiten Frachtern rechnen; auf der eng gewundenen Oise ein bisschen aufregend. In Compiègne ist der Freizeithafen, wie zuvor auch in Pont L’Evèque, für uns zu klein. Es gibt einen langen Kai, der jedoch irgendwie nicht für Boote eingerichtet ist. Er hat keine Poller oder Ringe, sondern ein massives Geländer aus Beton und Holz. Es war eine ziemliche Kunst da festzumachen und dann Hunde und uns selbst aus dem Boot und da drüber zu heben. Vor allem Janusz hasst es getragen zu werden, als fast blinder Hund ist dies wohl verständlich. Aber wir verbrachten einen wunderschönen Abend an einem Park gleich oberhalb von Schwelle und Schleuse. Das Boot hatten wir angekettet; so gleich oberhalb einer Schwelle fühlen wir uns so sicherer. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Boot über Nacht von Idioten abgeleint und ins Ungewisse geschickt würde….

Einbruch der Nacht in Compiègne
Rudersport auf der Oise
Die Schwelle gleich unterhalb des Kais
Place de l’Hôtel de Ville mit dem etwas speziellen Stadthaus
Imprimerie – das war mal eine Druckerei!
Viel Schwerverkehr hier

Pünktlich um acht, wie abgemacht, machten wir bei der Firma, die uns die Batterien einbaute, fest, diesmal à couple, längs eines anderen Boots. Wiederum mussten wir die Hunde herumhieven, sogar eine Leiter hoch! Den Vormittag verbrachten wir mit einem Kurzbesuch in der Stadt. Compiègne ist die Stadt, nahe der jener berühmte Bahnwagen in einer Waldlichtung stand, indem die Franzosen und Deutschen zweimal die Kapitulationsdokumente unterschrieben; 1918 die Deutschen und 1940 die Franzosen.

Noch vor Mittag waren die Batterien ausgetauscht und alles geregelt. Glücklich legten wir wieder ab, diesmal in nordöstliche Richtung auf die Aisne. Es geht jetzt langsam aber sicher zum Winterplatz. Erst einmal geniessen wir jedoch die Fahrt auf der ruhigen Aisne, die ein paar Kilometer nördlich von Comiègne in die Oise fliesst. Rein in den Fluss, der ziemlich mäandert und sehr romantisch ist. Dies finden offenbar auch die Anwohner, die sich da hübsche Anwesen an die Ufer gebaut hatten. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus! Leider haben die Dörfer vergessen, irgendwo eine Anlegestelle zu bauen; die Einzige, die wir auf einer langen Strecke gesehen hatten, war von Fischern belagert und mit denen legen wir uns nicht an. Die haben das Gefühl, Kanal und Fluss sei ihr Eigentum und wir die Eindringlinge. Das teilen einem gewisse Individuen ziemlich rabiat mit (Anschreien, Steine werfen und sogar Schrotkugeln inklusive!). Wir haben dann schlussendlich doch noch etwas gefunden, mit Strom und Wasser! Mein Mann hat sogar die örtliche Aristokratin auf dem Hundespaziergang kennen gelernt; une vrai dame, très soignée, zeigte er sich beeindruckt. Na ja, da kann ich in Korsarenhose und Streifenpulli nicht konkurrieren….

Die Aisne ist ein romantischer Fluss
Da würde ich auch gerne wohnen wollen!
Bescheidenes Bootshaus am Ufer der Aisne
Die Halte nautique in Vic-sur-Aisne

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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