Der Stand der Dinge

Da wir fast jedes Jahr um diese Zeit das Glück haben, mit irgendwas Pech zu haben, sind wir es mittlerweile gewohnt zu improvisieren.

Die Heizung funktioniert immer noch nicht! Wir haben inzwischen 3 kleine Ölradiatoren, die uns in Bezug auf den Stromverbrauch die Haare vom Kopf fressen, aber immerhin halten sie uns die Temperatur auf erträglichen 18 Grad. Unterhemden, dicke Socken und Halstücher sind jetzt auch an Bord in regem Gebrauch, haha. Die Reparatur ist mehr oder weniger organisiert, wir warten jetzt auf die Ersatzteile. Da es sehr kalt ist, habe ich Alpträume in denen wir wegen geborstenen Rohren absaufen, aber nur wenn ich schlafe.

Ach ja, hätte ich fast unterschlagen: die Wasserpumpe funktioniert jetzt auch nicht mehr. Wir werden zurückgeworfen in Zeiten, als man das Wasser am Brunnen holen musste! Jede Menge gefüllte Flaschen und sonstige Behälter stehen jetzt herum, denn es ist ständig unter Null und die Wasserleitung draussen ist geschlossen. Zum Glück sind wir die Einzigen hier, und die Hafenverwaltung hat uns damit betraut, dies selber zu verwalten. Also: auf – alles was nach Hohlkörper aussieht befüllen – zu. Geht auch.

Als Gegengewicht gibt es auch positive Nachrichten: Wir haben ein Auto. Zwar konnten wir es nicht kaufen, da der französische Staat sich immer noch überlegt, ob er uns den Französischen Fahrausweis ausstellen will oder nicht und ohne den können wir keine Versicherung abschliessen, also auch kein Fahrzeug anschaffen. Dass jetzt ein Pfupfi neben dem Boot steht, haben wir einem sehr, sehr grosszügigen Autohändler zu verdanken: er leiht uns dieses Auto! Ist das nicht wahnsinnig nett, grosszügig, freundlich, unglaublich? Natürlich zeigen wir uns erkenntlich dafür, aber wir sind hin und weg ob soviel Nächstenliebe. Passt doch zur Jahreszeit. Wir schätzen unsere neue Bewegungsfreiheit sehr! Endlich können wir die Ecke mit den Sachen für den Entsorgungshof leeren, die Hunde zum Tierarzt für die nötigen Impfungen bringen, und, und, und. Wir liegen zwar nahe der Stadt, aber doch eben weit weg (vor allem der Aufstieg hat es in sich!) Wir machen jetzt Ausflüge in die anderen Supermärkte der Stadt und fanden endlich italienischen Wein; wir müssen einfach bis um 18 Uhr Zuhause sein, dann ist nämlich Ausgangssperre. Aber wir haben ja da den schönen Roten, der uns die Zeit vertreibt!

Von der Hundefront gibt es ebenfalls was Tolles zu vermelden. Allerdings muss alles noch vom Tierarzt abgesegnet werden. Merry wird von zig Allergien geplagt, in größerem oder kleinerem Mass. Sie kriegt seit Jahren Spezialfutter, macht eine ewig dauernde Desensibilisierung und kratzt sich trotzdem. Letzthin war es wieder mal ganz schlimm und in meiner Verzweiflung habe ich sie mit dem Katzenfutter, das wir als Leckerli und Überzeugungs-Hilfe auf den Spaziergängen dabei haben, gefüttert. Danach: Absolute Ruhe, Entspannung pur, sie schlief wie ein Stein. Wir waren im positiven Sinn ratlos und haben erst mal gar nicht gecheckt warum sie so zen ist! Was ist passiert? Das Katzenfutter! Tage des Testens folgten. Katzenfutter: nix. Hundefutter: kratzkratz. Das Problem ist, dieses Futter ist nicht gut für Hunde, Google bestätigt das. Ich fing an, Hundegemüse zu kochen und bloss etwas Katzenfutter darunter zu mischen. Sie liebt es heiss und frisst zuerst das Gemüse. Glücklich kommt sie angetrabt, schwänzelschwänzel, frisst begeistert und leckt alles sauber aus. Der Grosse kriegt jetzt auch Gemüse und liebt es. Wir essen selber viel davon und jetzt karren wir Unmengen heran. Wie gesagt, die Absolution des Tierarztes steht noch aus, aber unsere zwei sind super happy mit diesem Vegi-Zeugs!

Eigentlich wäre jetzt noch Frankreich und die Corona-Lage dran, aber ich mag jetzt nicht so recht darüber schreiben. Ich melde mich dazu, wenn wir wieder aus diesem Loch kriechen, ok.?

Ach, und doch noch bad news: die 3 Dosen Weihnachts-Guetzi sind leer. Ich habe einige Plätzchen selber gegessen. Wohin wohl der Rest verschwunden ist ???

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

2 Kommentare zu „Der Stand der Dinge“

  1. Es scheint sich immer etwas Gutes zum Pech zu gesellen, und es ist schön zu lesen, dass die Wirkung der Pandemiemonate nicht alle Menschen grantig macht, der Autohändler ist wirklich ein Schatz. Und die Fotos mit dem schönen Licht sind wunderbar.

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