Herbst

Herbst, meine bevorzugte Jahreszeit. Ich geniesse es, wieder lange Ärmel zu tragen und vom kühleren Aussenbereich rein an die Wärme zu kommen, liebe die nebligen Vormittage und die frühe Abenddämmerung, freue mich wieder über dampfendem Tee und heissem Kakao, duftende Aufläufe und würzige Eintöpfe und an den satten, bunten Herbstfarben von Bäumen und Sträuchern kann ich mich gar nicht sattsehen. Am Abend noch ein Glas Rotwein zu geniessen und dabei einen Plaid über den hochgelegten Beinen zu haben – das ist das Nonplusultra des Wohlbehagens! Fehlte bloss das Knistern eines Kaminfeuers.

Wir befinden uns wiederum im Lockdown. Das Leben hier an der Anlegestelle ist so ziemlich eingebrochen. Noch sehen wir Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, aber insgesamt sind es weniger. Dennoch lassen sich an schönen Tagen Picknicker das Essen hier an den Tischen im kleinen Park schmecken. Gerade haben wir ein paar sehr milde Tage hinter uns mit Temperatur-Spitzen von 20 Grad. Die trüben, kalten Tage werden uns aber nicht erspart bleiben.

Da wir nun wirklich schon lange am selben Ort liegen, haben wir einiges an lokalen Bekanntschaften gemacht. Diese nachbarschaftlichen Kontakte schätzen wir sehr, lockern sie doch die Tage durch einen Schwatz hier und dort etwas auf. Ich habe mir sogar schon überlegt, ein kleines Tischchen mit Stühlen vor das Boot rauszustellen, damit wir dort mit Besuchern einen Kaffee trinken können. Der Lockdown hat nun dieses Ansinnen nach kleiner Restauration verhindert, haha.

Der neue confinement ist nicht ganz so streng wie im Frühjahr. Trotzdem ist alles was Spass macht geschlossen und der Bewegungsraum ist geographisch und zeitlich stark eingeschränkt. Hoffen wir, es bringt die gewünschte Wirkung, denn die Zahlen sind in Frankreich zum fürchten. In viele Regionen ist das Gesundheitswesen schon wieder am Anschlag. Mittlerweile kennen wir auch einige, die krank waren oder kranke Angehörige hatten oder noch haben. Lustig ist anders; viele hatten Todesangst durch die Atemnot und brauchen elende, lange Wochen um sich zu erholen. In der Gegend gibt es einige Cluster, beispielsweise in einem Dorf ganz in der Nähe und in der Stadtverwaltung. Na bravo! Für uns gibt es nur eins: Maske auf und Distanz halten. Aufregen über das Verhalten anderer habe ich mir abgewöhnt, es bringt nichts und schadet nur mir selbst. Gesünder ist es, sich an den Herbstfarben zu erfreuen und umsichtig zu bleiben!

Bleibt brav und gesund.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

Ein Gedanke zu „Herbst“

  1. Herzlichen Dank, liebe Suzy, für all deine Nachrichten, die ich so gerne lese. In diesem Artikel sind es ganz besonders die letzten zwei Sätze, die mich angenehm berühren. Auch das Leben in Bosco lehrt, neue, gescheite und gesunde Ansichten zu entwickeln. Meine Jungen sind gottlob alle gesund. Z.Z. treffen wir uns nicht mehr zuhause, wohl aber ab und zu im Wald zu einem Spaziergang. Für Eltern mit zwei kleinen Kindern ist die Arbeit im home-office nicht eitel Sonnenschein!
    Hauptsache, wir leben, lieben das Freude-Picken und bleiben gesund.
    Seid aus der Ferne herzlich umarmt
    Sylvia

    Gefällt 1 Person

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