Sch…thema

Jetzt müsst ihr stark sein; Dies ist ein Blog rund um das Leben auf einem Hausboot, und zum Leben gehören bekanntlich nicht nur die Zuckerseiten. Eben. Let’s go.

Unser Boot ist unser Zuhause; wir leben das ganze Jahr hier und alles spielt sich hier an Bord ab. Wir kochen, essen, schlafen und machen auch alles andere, was man halt so zwischen diesen Eckdaten macht, ebenfalls an Bord. Wir spülen Geschirr, Putzen, waschen Kleider, Bett- und Badwäsche, wir machen unsere Toilette. Nun sind wir bald beim Thema, und dieses gehört einfach auch zum Leben, obwohl man sich da ja als „Normalwohnende“ kaum einmal Gedanken machen muss, wenigstens nicht in unseren Breitengraden!

Unser Frischwasser wird jeweils in einem Hafen mit einem Schlauch an Bord gebunkert, 2000 Liter fasst unser Tank. Unser Schwarzwassertank fasst ebenfalls soviel. Genau genommen sind es, wie für Frischwasser und Diesel auch, jeweils zwei miteinander verbundenen Tanks, immer einer auf Steuer-und der andere auf Backbord gelegen. Alle Tanks leeren sich somit regelmässig auf beiden Seiten damit das Boot stets schön horizontal im Wasser liegen bleibt. Der Schwarzwassertank ist mit einem Überlauf versehen. Das bedeutet, die Feststoffe bleiben drin, alles was flüssig ist und obenauf schwimmt geht als Grauwasser über den Überlauf in den Fluss oder Kanal. Dies riecht nicht und ist in unserem Fall qualitätsmässig etwas zwischen ziemlich sauber und, da wir peinlichst darauf achten, praktisch zu 100% biologisch abbaubar.

Schwarzwasser muss in Frankreich per Gesetz abgepumpt werden und dürfte eigentlich nicht „wild“ abgelassen werden. Leider ist es mit einem Gesetz nicht getan, denn die nötige Infrastruktur fehlt für Boote weitgehend. Im Frühsommer, gleich nachdem wir endlich nach dem Lockdown wieder fahren durften, begaben wir uns ins selbsternannte Zentrum der Binnenschifffahrt von Frankreich, nach St-Jean-de-Losne. Dort hat es eine Tankstelle und eine Abpumpvorrichtung für Boote. Die Idee war gut, leider jedoch waren die Bedienungsknöpfe der Abwasser-Pumpe versiegelt und konnten nicht bedient werden. Es fand sich niemand, der wirklich Bescheid wusste. Das ist nicht das erste Mal, dass wir eine solche Situation antreffen. Die Dinger stehen chromglänzend da, sind aber tot. Wir mussten unverrichteter Dinge wieder ablegen. Eine Alternative gab es nicht.

Vor ein paar Tagen nun fing das Abwassersystem an Bord an zu spuken. Verstopft? Dichtungen kaputt? Sonst irgendwas? Nach gründlicher Kontrolle und Ausbau von ich weiss nicht was Allem (zum Glück versteht der Mann an Bord etwas davon!), stellten wir ernüchtert fest, dass ganz einfach der Schwarzwassertank voll war.

Heute früh kam bereits der gestern angerufene Spezialist angefahren. Die hier üblichen Rohre und Verbindungsstücke (Grösse Feuerwehrschlauch) passten nicht, aber mit zusammengesteckten Rohrresten in verschiedenen Durchmessern konnte ein Übergangsstück gebastelt werden und in gut 10 Minuten war unser Tank geleert, ohne dass ein einziger Tropfen daneben ging.

Natürlich hätten wir den Tankinhalt kostenlos in den Kanal abpumpen können., was viele auch tun. Ja, einige bringen es sogar fertig, ihr Schwarzwasser in einem Hafen zu entleeren. Das ist, mit Verlaub, dann wirklich eine Kackidee! Nun, wir ticken nicht so, und ich bin froh haben wir nun eine saubere Sache, wenigstens bis zum nächsten Mal. Falls wir wiederum keine funktionierende Abpumpstation finden, wissen wir nun wie es geht! Vorläufig haben wir ein bis eineinhalb Jahre Ruhe; wieder etwas, das im Bordbuch abgehakt werden kann. Topp.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

2 Kommentare zu „Sch…thema“

  1. Die Wasser-hin- und weg-Logistik eines Hausboots habe ich mir immer ähnlich wie die eines Wohnmobils vorgestellt, aber dass es nicht überall, wo offizielle Liegeplätze sind, auch eine Entsorgungsnöglichkeit ins Abwassersytem gibt, hätte ich nicht gedacht.

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