Die Sache mit zwingenden Terminen!

2020, ganz klar. In diesem Jahr werden unsere Identitätskarten ablaufen. Genauer im Herbst, als eigentlich jetzt dann bald. Kein Problem für uns, dann verlängern sie wir halt oder kriegen eine Neue.

Beim Anmelden in der Capitainerie vor einem Monat machte uns die capitaine darauf aufmerksam, dass unsere IDs Ende September ablaufen werden. Hoppla. Dann müssen wir uns wirklich darum kümmern. Jetzt.

Erstmal schlau machen wo und wann. Auf dem Konsulat in Lyon und nicht vor Ende Oktober. Das Konsulat ist wegen Covid19 total überlastet. Hoppla II

Das Internet informiert uns, wenn eine Identitätskarte abläuft, ist sie per dato nicht mehr gültig, das Nichtbesitzen einer gültigen ID gibt eine Busse. Hoppla III

Wir hatten gemeint, bei einer ID sei es ähnlich wie bei einem Pass. Noch 5 Jahre oder so verwendbar ausser man reise außerhalb von Europa. Nix da, es gibt keine excuses. Keine ID =Busse. Hoppla IV.

Liebes Konsulat, was können wir nun tun? Das liebe Konsulat antwortet umgehend: in die nächste Schweizer Kantonshauptstadt reisen, dort aufs Passamt gehen und die ID machen lassen. Gute Idee.

Liebes Google Maps, welches ist die nächstliegende Kantonshauptstadt? Google Maps weiss es: Delémont. Toll, da war ich noch nie.

Nun geht es zügig. Die Termine sind schnell vereinbart, ein Auto ist gemietet, Hotelzimmer reserviert und pünktlich zum Monatende fahren wir nach Delémont, alle vier, Zwei- und Vierbeiner.

Das Navigationssystem arbeitet die beste Verbindung aus. Knapp 3 Stunden Fahrt. Na ja. Dafür unter anderem auf Autobahnen. Dann ist es ja ok.

Die Landkarten vergessen wir natürlich zuhause, wir haben Navi und Google. Die Fahrt ist wunderschön, kilometerlang über typisch französische Überlandstrassen; wellenförmig rauf und runter. Mehr oder weniger stets geradeaus. Franzosen bauen nur Kurven, wenn es gar nicht anders geht.

Es scheint wir fahren stundenlang, kaum Verkehr, aber auch keine Autobahn. Kurz vor Belfort dann endlich eine Autostrasse, Halbautobahn oder so. Wenigstens das. Irgendwie schaffen wir es in die Schweiz und nach Delémont, in ein Motel der 70iger Jahre, stilecht und potthässlich, aber sauber und gut gelegen.

Das Städtchen selbst ist sehr hübsch, sehr gepflegt und romantisch, mit vielen netten und guten Restaurants. Masken? Zéro. Nirgends. Wir fühlen uns unsicher. Der Unterschied zu Frankreich ist eklatant.

Am nächsten Morgen die Termine, in je 10 Minuten erledigt. Nein, die ID können wir nicht ins Ausland verschicken, hélas. Eine Kontaktadresse wird von uns spontan aus dem Ärmel geschüttelt, die Schwester werden wir später informieren müssen.

Etwas ratlos stehen wir wieder draussen. Wir sind für insgesamt 20 Minuten Amtshandlung 3 Stunden gefahren, mit unserer Dramaqueen hinten drin, der alle 20 Minuten ein weinerliches Theater veranstaltet, weil er sich drehen und neu betten muss. Er dreht sich dann 6 mal um sich selbst, lässt sich fallen, steht wieder auf und wiederholt das Prozedere noch einige Male, bis er dann endlich die weltbeste Stellung findet, noch 6 mal laut seufzt und den ganzen Jammer rauslässt. Dies nur, damit wir empathielosen Leutchen es auch kapieren, wie sehr er leidet, wenn er so herumgekarrt wird.

Die einzige Methode ihn blitzschnell für Stunden zum Schweigen zu bringen, ist die Autobahn. Also wählen wir zum zurückfahren den langen Umweg über Dole und an Dijon vorbei zurück dahin, was Google Maps vorläufig unser „Zuhause“ nennt. Über 3 Stunden absolute Ruhe, kein Pieps, kein Gejammer. Aaahh 👍

Digitales Zeitalter, dass ich nicht lache. Um eine ID zu verlängern haben wir ein Auto gemietet, sind 550 Kilometer gefahren, haben ein Hotelzimmer und zwei Abendessen bezahlt und das Hundeleid auf dem Rücksitz ausgehalten. Immerhin haben wir schöne Landschaften gesehen, eine neue Stadt kennengelernt, sind mal rausgekommen aus unserer manchmal doch engen Welt und haben wieder einmal in einem Restaurant (lecker) gegessen.

Zu guter Letzt: Die IDs sind innert 48 Stunden bei meiner Schwester in der Schweiz eingetroffen; das ist wirklich ein schneller Service! Mal schauen wie lange die französische Post braucht um uns die zwei Karten zuzustellen.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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