Laisser faire

Dies ist mein vierter Entwurf und den publiziere ich nun einfach, ob er mir nun gut gefällt oder nicht!

Schon bald drei Wochen im Hausarrest  –  wir lassen es schleifen

(oder wie wir bei uns sagen: mer lö’s schlittle)

  • Stimmung: Okay. Mal entspannt und zufrieden, mal etwas auf der giftigeren Seite. Wir leben eh schon eng aufeinander, diesbezüglich hat sich nichts verändert. Aber wir vermissen den Kontakt mit anderen. Ein Ponton-Schwatz mit je 2 Meter Abstand ist nicht dasselbe, Aperitif an Deck, jeder auf seinem Deck wohlverstanden, ist nur ein- oder zweimal lustig. Gemeinsamer Hundespaziergang, auseinandergezogen auf viele Meter, und noch dazu verboten, auch nicht. Also sind wir auf uns gestellt und das schaffen wir ganz gut, aber eben nicht immer.
  • Ausgang: So wenig wie möglich, so oft wie nötig. Da wir uns bequem ein Auto ausleihen können, sind unsere Drahtesel zu Zeit etwas arbeitslos. Mit der alten Ruckelkiste schaufeln wir die Vorräte heran, die es uns erlauben eine Woche zu essen (und zu trinken, ihr wisst schon…). Es haben jetzt auch Bau- und Gartenzentren stundenweise offen, das ist eine grosse Erleichterung!
  • Langeweile: eigentlich nicht, solange es schönes Wetter ist sowieso nicht, wenn es regnet wird es ein wenig mühsam. Aber ich gestehe hier und jetzt etwas, das wir noch nie im Leben gemacht haben: wir ziehen uns Serien rein und zwar so richtig. Als eigentlich lebenslang Fernseh-lose ein grosser Schritt. Ich weiss jetzt auch endlich was binge watching ist. Ausserdem habe ich mir etwas vorgenommen: Ich will mich wieder mit Kalligraphie beschäftigen!
  • Beschäftigung: das Übliche halt, bin schon froh, wenn wir nicht einfach alles liegen lassen und warte immer noch und vergeblich auf einen Putzanfall! Ich halte intensiveren Kontakt mit Freunden und Familie, telefoniere sogar ab und zu, was ich an sich gar nicht so mag. Bei uns haben wir Arbeitsteilung, mein Mann telefoniert, ich schreibe. Aber selbst Letzteres klappt irgendwie nicht mehr so richtig, siehe oben. Wir lesen viel News, aber ehrlich gesagt ist das im Moment ein Overkill und ich werde der ständigen Virus-Nachrichten etwas überdrüssig. Es ist deprimierend. Lieber ein Buch lesen oder etwas herum basteln.
  • Probleme: Ja! ich finde kein Dinkelmehl mehr, sogar online ist es schwierig zu beschaffen! Weichweizen geht gar nicht, habe es gestern Abend versucht: Eine  Quiche mit normalem Weizenmehl. Ach, Magenbrennen ohne Ende! Eine brotlose Zeit für mich.
  • Hunde: die finden es irgendwie toll! Keine Ahnung was für sie anders ist; sie kriegen ihre Spaziergänge, ihr Fressen und die üblichen Streichel-und Schmuseeinheiten, ganz wie immer. Janusz ist immer noch etwas wackelig auf den Beinen und er sieht wohl nicht mehr so gut, aber das ist ihm so was von egal! Er spielt und turnt auf den Ufern herum, zweimal mussten wir ihn aus dem Wasser fischen, er findet seine geliebten Ästchen und trägt sie stolz herum. Merry hat wieder ihre Ratten- und Nutria-Jagd-Phase; an heiklen Passagen gibt es Leinenzwang, denn da hat sie Durchzug. Mit ihrem dicken, gelockten Fell bleibt sie gerne im wilden, französischen Unterholz hängen, da ist es sehr unangenehm, wenn sie plötzlich unkontrolliert abhaut und nicht gerade wieder auftaucht. Abgesehen von dieser Unart ist sie sehr brav, aufgestellt und gehorcht freudig.
  • Nachbarschaft: wie gesagt, bis auf „distanzierte“ Zusammentreffen schwierig. Auch haben nicht alle dieselbe Meinung zu Corona und Hausarrest. Von absolut unnötig und von dunklen Mächten orchestriert bis zu strikter Absonderung ist alles da, wie überall anderswo wahrscheinlich auch. Wir werden die Lage sowieso erst im Nachhinein analysieren und sagen können, was genau richtig und was falsch gewesen ist. So sind die Diskussionen darüber auch eigentlich obsolet.
  • Die nahe Zukunft: bis 19. April haben wir Ausgangssperre in Frankreich. Ich nehme an, das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Langsam mache ich mir auch Gedanken darüber, wie le confinement aufgehoben werden wird. So einfach auf-einmal-und-alle-rennen-los wohl eher nicht! Das gäbe sicher ein totales Chaos und zwei Wochen danach einen erneuten Anstieg der „Welle“. Wir werden das langsam angehen müssen, so oder so. Lassen wir den Jungen die Vorfahrt, diese haben uns ja so brav und geduldig vor dem Virus geschützt…. na ja, nicht gerade alle und manche nicht so überzeugt.
  • Die ferne Zukunft: Diese kennen wir nicht. Ich habe mittlerweile keine Vorstellung mehr wie diese aussehen könnte! Weder für uns als Gesellschaft, in der Wirtschaft oder in der Politik. Auch ganz persönlich als auf einem Boot lebenden Paar nicht. Wir werden es rausfinden, irgendwann. Bleiben wir optimistisch und machen uns Sorgen, wenn es soweit ist.

Ausserdem: Hey, es ist Frühling!!! Ist doch toll; die Vögel singen und die Natur blüht und wird langsam grün!

 

Bleibt brav und gesund

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

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