Es hat wenigstens einen Namen!

Das Jahr lässt sich eigentlich ganz gut an! Alles läuft bestens. Eigentlich. Dennoch bin ich etwas frustriert. Über mich. Denn ich leide. An etwas fast unaussprechlichem: An Prokrastination.

Das ist nicht typisch für mich, und ich hoffe, ich kann mich davon heilen. Das muss ich selber tun, denn gegen DAS gibt es keine Medikamente. Viele werden es auch kennen. Die Aufschiebitis.

Immer im Winter, wenn wir sozusagen festliegen, nehmen wir die verschiedensten medizinischen Termine wahr. Machen uns fit für die nächste Saison. Die jährlichen Kontrollen (oder die zwei-jährlichen) sind fällig, Laborwerte müssen überprüft werden, der Zahnarzt soll bestätigen, dass die Beisserchen es auch noch im kommenden Jahr machen werden. Nichts besonderes also.

Und dennoch, seit bald 5 Monaten sind wir hier und noch immer habe ich keinen einzigen Termin wahrgenommen, ja, noch nicht mal abgemacht. Jeden Abend um halb zwölf, kurz vor dem Einschlafen, erinnere ich mich daran, was eigentlich alles auf der To Do – Liste stehen sollte. Jeden Morgen ist das wie weggeblasen und abends ist wiederum nichts erledigt! Ich kenne das so nicht von mir.

Halt, doch: Immer wenn ich für etwas sehr viel Zeit zur Verfügung habe, zu viel Zeit, verplemperle ich diese, um dann auf den letzten Drücker zu Höchstleistung aufzufahren und in Windeseile das Aufgestaute erledige. Bloss, hier geht es nicht um irgendeine Arbeit, oder ums Bügeln, oder staubsaugen bevor der Besuch eintrifft.  Ich sollte Termine abmachen. Da kann ich nicht auf den letzten Drücker; Ärzte und Labore machen das Spiel wahrscheinlich nicht einfach so mit weil es MIR auf einmal pressiert. Und was ist, wenn etwas ist und ich brauche etwas Zeit für eine Behandlung?

Mist, ich muss mich vor Ende Monat wirklich noch (in den A…) klemmen und das durchziehen. Prokrastination, Achtung! Ich reisse mich zusammen, jetzt geht es dir an den Kragen. Ganz ohne Federlesens. Gleich morgen!

♦♦

Einen Trost habe ich. Schon Oscar Wilde hat dieses Problem erkannt:

“I never put off till tomorrow what I can possibly do – the day after.”

― Oscar Wilde

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Es hat wenigstens einen Namen!“

  1. Ach ja.. darunter leide ich auch, aber eher aus Zeitgründen, weil der Tag mit den Kleinen viel Zeit für anderes in Anspruch nimmt. Aber zur Zeit bin ich am Wohnung ausmisten – Jeden Tag eine andere Ecke und es funktioniert. Freue mich riesig darüber, das endlich zu tun. Und da ich diesen Beitrag jetzt gelesen habe, stehe ich von der Couch auf und klebe endlich die Sticker für unser Entsorgungssystem ans Möbel. 😆 Dann ist das auch erledigt.. endlich nach 3 Monaten. 😀

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      1. Definitiv! Habs erledigt mit den Stickern!! 🥳 hurra! Aber das Resultat ist „nur“ befriedigend. Mal schauen, was Mann dazu sagt ☺️

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