Nachts bin ich nicht ich!

Wir sitzen in der riesigen, alten Küche am Tisch, mein Mann, der Advokat und ich, besprechen auf italienisch die Erbangelegenheit meines verstorbenen Papas. Auf dem Tisch Berge von Dokumenten. Da stürmt eine grosse Frau herein, in ihrem Kielwasser drei Kinder. Mit Getöse reisst sie die Küchenschränke- und Schubladen auf

und bedient sich am Inhalt. Schüsseln, Geräte und Messer verschwinden in ihrem mitgebrachten Weidekorb. Dazu zetert sie (auf Deutsch) sie könne nicht länger warten und brauche das Zeugs jetzt einfach. Es sei ja schliesslich meine Schuld.

Ich stehe auf, baue mich so gut es geht – sie ist eine Riesin – vor ihr auf und schreie zurück, sie solle sich mal einnehmen, das Zeugs werde dann schon noch geliefert, sie hätte ja eine eigene Bestellung aufgeben können, anstatt Ihre einfach auf meinem Bestellschein anzufügen. Die Frau ist etwas verdattert, packt meine (!) Sachen und ihre Brut und stürmt zur Tür hinaus.

Kurze Erläuterung: Wir befinden uns in einem alten Stadthaus irgendwo im Süden, es ist sehr heiss und durch die geöffneten Fenster dringen die typischen Geräusche einer südlichen Kleinstadt herein. Eine Mama-Katze ist dabei ihre Frischgeborenen vom Nebenzimmer einzeln quer durch die schwarz-weiss geflieste Küche, absolut unberührt von unserem Gezänke, auf die besonnte Veranda hinaus zu transportieren. Es müssen viele Kleine sein, sie kommt immer wieder mit einem Neuen daher. Das Setting ist geradezu idyllisch, die Stimmung eher giftig.

Mir dämmert nun irgendwie, dass ich wohl vergessen hatte, den Bestellschein auf die Post zu bringen. Ich überlege, wie ich da rauskomme. Advokat und Mann sind verschwunden. Die Katzen-Babies auf der Veranda fangen an zu fiepen. Ich höre die Mama gurren. Nun stehe ich am Küchenfenster und brülle hinunter in den Hof, wo die Frau inzwischen bei ihrem geparkten, knallroten Auto angelangt ist. Sie solle die Bestellung halt nochmals selbst machen! Falls doppelt geliefert werde, könne sie ja zurückschicken, was sie nicht brauche. Sie steht unten bei ihrem Auto, packt wütend ihren verstörten Nachwuchs ein, knallt die Autotüren zu und fährt weg. Der Korb mit meinen Küchensachen steht noch da und ich erwache. In meinem Bett.

Keine Kätzchen fiepen. Auch tschilpen keine Spatzen und niemand fährt zum zehnten Mal seine Lambretta um den platanenbestandenen Platz herum. Es ist auch nicht sonnig und heiss, sondern stockdunkel und geschätzt gerade mal 17°C! Meine drei Lieben liegen in tiefem Schlaf und jeder schnarcht leise in Dur oder Moll vor sich hin.

Was zum Donner! Ich bin ziemlich desorientiert und irgendwie erschöpft. Puh, woher kam denn das alles her?!

PS. In letzter Zeit träume ich ständig von Katzen, oft Katzenbabies! Was das wohl bedeuten soll?

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

3 Kommentare zu „Nachts bin ich nicht ich!“

  1. Klingt fast wie meine Träume…. ich träume auch immer so einen Murks. In letzter Zeit träume ich oft dass meine verstorbene Katze wieder auftaucht und mir niemand zuhören will dass das meine Trüffel ist

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