Von Knien, Alleinsein und Brot

In letzter Zeit war ich etwas diskret in Bezug auf unser Wohlergehen und die Befindlichkeiten. Der langersehnte und ehrlich gesagt auch gefürchtete Termin der Knie-Operation ist schon vorbei und der Patient ist bereits daran, sich die alte Beweglichkeit wieder anzutrainieren. Die Fortschritte sind überraschend gut. Wir hoffen es bleibt so und geht weiterhin linear bergauf.

Wir möchten unbedingt und bald die verbleibende Navigations-Saison für kurze Trips ausnutzen und das schöne und milde Herbstwetter geniessen. (Ich sehe schon, mein Mann verdreht die Augen, wenn er dies lesen wird! Jaja, ich bin es die hier drängelt!)

Die Zeit der Abwesenheit, OP und Reha, sind wir drei – die beiden Hunde und ich – alleine auf dem Boot geblieben. Es ist lange, sehr lange her, seit ich das letzte Mal über längere Zeit solo war. Es ging erstaunlich gut; das befürchtete laisser faire ist nicht eingetroffen. Keine Hänger, kein Durcheinander im Boot, kein endloses Ausschlafen oder ungesund essen. Ehrlich gesagt, bin ich sogar etwas stolz auf mich und wenn ich noch ehrlicher bin, habe ich es sogar – pssst, nicht weitersagen – etwas genossen!

Der Entscheid, für diese Zeit in unserem Winterhafen von 2017/18, unterzukriechen, hat sich als richtig erwiesen. Der Port Royal ist belebt und gut gelegen. Es ist immer jemand da zum schwatzen, es läuft fast immer etwas, hier am Gästesteg sowieso. Wenn ich möchte, habe ich aber auch meine Ruhe, da unser Boot etwas weiter hinten am Ponton liegt und wenig „Durchgangsverkehr“ hat. Da ich eh mehrmals pro Tag mit den Hunden laufen gehe, bestand jedoch keine Gefahr, dass ich mich verkrieche und 100 Bücher in vier Wochen verschlinge, oder ständig online bin (zwar etwas mehr als sonst, aber noch im grünen Bereich).

Allein auf weiter Flur

Wie gewohnt buk ich mir mein Brot selbst, kochte jeweils für zwei Personen, so hatte ich immer fertige Portionen im Kühlschrank oder im Gefrierfach. Dabei ist stets viel Gemüse, das mir durch Hobbygärtner vom Ort auf den Steg gebracht und verkauft wird oder es sind Geschenke aus den Gemüsebeeten, welche von verschiedenen Hafenbewohner auf der Mole angelegt wurden und mit viel Liebe gepflegt werden! Alleine essen ist kein Hit, aber ich gab mir auch alleine Mühe und deckte auf. Die unregelmässigen Essenszeiten sind sowieso nichts Ungewöhnliches, das gibt es bei uns seit wir manchmal kaum mehr wissen, was für einen Tag wir haben oder welche Uhrzeit es ist. Kochen und Essen wenn man Hunger hat und nicht weil es Zeit ist, empfinde ich als grossen Luxus und als sehr entspannend.

Und jetzt sind wir wieder komplett, die Hunde geniessen es und nach und nach kehrt wieder der gewohnte Alltag ein. Auch nicht schlecht!

♥♥

Falls jemand auch gerne mal eigenes Brot backt, hier ein simples Rezept. Es basiert auf einem Tassenmass, daher bitte für Mehl und Wasser ein und dieselbe Tasse verwenden, das Brot kann dann in der Grösse angepasst werden.

Zutaten und Mengen, basiert auf 3 Tassen:

  • Drei Tassen (z.B. Mugs) irgend einer Mehlmischung, gerne auch mit Körnern
  • 1 ½ Beutel Trockenhefe
  • 1 ½ Teelöffel Salz

Alles gut mischen

  • Eineinhalb Tassen heisses Wasser (heiss aber nicht kochend!)

beigeben und zügig mit einem Teigspatel alles mischen, dauert 2-3 Minuten. Kein kneten! Gut zugedeckt mindestens 3 Stunden gehen lassen (oder auch die ganze Nacht, tut dem Teig gut)
Variante I) Einen feuerfesten Topf in den kalten Ofen stellen und auf 200° aufheizen. Teig auf bemehlter Arbeitsfläche 10-20 mal auseinanderziehen und falten, jedes mal gut zudrücken (Lufteinschluss). Laib formen, Topf kurz aus dem Ofen nehmen, den Teigling reinlegen, Topfdeckel (feuerfest!) drauf, ca. 25 Minuten mit Deckel und anschliessend 25 Minuten ohne Deckel fertig backen.
Variante II) Teig wie oben behandeln. Denselben, diesmal kalten, Topf mit Backpapier auslegen und den Teigling reinlegen. Backofen auf 200° vorheizen, bis er die volle Hitze erreicht hat kann der Teig noch etwas ruhen. Teig nach Lust und Laune einschneiden, Deckel auf den Topf und im Ofen 30 Minuten zugedeckt backen. Dann den Deckel abnehmen, nochmals gut 30 Minuten backen.
Varianten I und II) Brot rausnehmen. Klopftest machen (muss hohl klingen) und auskühlen lassen. Gibt ein tolles, knuspriges Brot, versprochen!

Dieses Rezept ist nicht von mir, ich habs geklaut und angepasst. Im Link findet ihr das Originalrezept.

Mein Brot im Bild übrigens besteht aus 2 Tassen Dinkelmehl und einer Tasse Mix aus Haferflocken, Haferkleie und Leinsamen. Ich habe auch schon feines Polenta-Maismehl, Körner-Mix oder andere Mehlsorten darunter gemischt. Ggf. wird der Teig etwas feuchter oder weniger feucht. Mit etwas mehr Mehl während des Einfaltens kann das korrigiert werden.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

3 Kommentare zu „Von Knien, Alleinsein und Brot“

  1. Wir wünschen Claude alles Gute für seine Rekonvalesenz. Es braucht etwas Geduld und gute Therapie.( weiss ich aus meiner Erfahrung) und dann immer wieder laufen 🏃was ja für den Hundespaziergang sowieso immer angesagt ist .Alles Gute auch für Suzy 😊
    Liebe Grüsse aus der Romandie . Regina und Alain

    Gefällt 1 Person

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