Durchatmen

Uff, die hohen Temperaturen haben übers letzte Wochenende merklich nachgelassen! Am Samstag war es noch tropisch heiss und feucht, die Nacht auf Sonntag noch viel zu warm um ordentlich durchzuschlafen und am folgenden Morgen dann die (angekündigte) Überraschung: ein frischer, kühler Tag! Was bin ich froh, denn hier im Hafen gibt’s es für uns gar keinen Schatten. Das Boot auskühlen können wir einzig über Nacht und das ist mit nächtlichen Temperaturen von um die 20°C wirklich nicht einfach. Frühmorgens hatten wir drinnen stets noch tropische Bedingungen und das ist hoffentlich jetzt vorbei.

Seit gestern nun lebe ich wieder auf, und mit mir die Hunde. Die Spaziergänge bestanden wochenlang aus Schlendern im Zeitlupentempo. Wir zogen von Badeplatz zu Badeplatz. Die Beiden stürzten sich ins Wasser, warteten auf einen Stock zum Apportieren. Nach ein-, zweimal war schon genug und tropfende Hunde entstiegen dem Nass, sogar zu faul um sich zu schütteln.

Das hat sich nun geändert. Wir haben um fast 10° tiefere Temperaturen. Sonntags gings in der morgendlichen Frische raus aufs Fahrrad und die Hunde freuten sich wie verrückt als sie realisierten, dass ich das Rad abhänge und für eine Tour bereitmache. Janusz hopste herum und Merrys Rute schwang auf 360°.
Mit der allgemeinen Fitness haperte es dann aber doch ein wenig. Alle 10 Minuten machte ich ein Pause, sie konnten baden, schnuppern, nach Mäusen suchen und – eine Spezialität von Janusz – ein Gras-Peeling machen: Alle Viere in die Luft und den Rücken auf dem Gras rubbeln, aufstehen, sich wieder hinschmeissen und dasselbe von vorn. Strahlendes Hundegesicht!
Im Hafen hatten wir in den letzten Wochen leider ein Süsswassermuschel-Sterben. Diese sind hier erstaunlich gross! Sie sehen aus wie Austern, sind aber etwa 15 cm lang. Die toten Tiere stiegen auf und trieben auf der Wasseroberfläche. Sie waren weit geöffnet und oft schwamm das Tier (das Muschelfleisch) separat herum. Messungen der Wassertemperatur haben ergeben, dass selbst in mehr als 2 Meter Tiefe immer noch 24°C herrschen! Dies und wahrscheinlicher Sauerstoffmangel war die Ursache dieses Sterbens. Sie wurden alle abgefischt aber noch immer kommen einzelne herauf und treiben herum. Traurig anzusehen!
Den Fischen ist es auch zu warm. Sie verschwinden tagsüber, vielleicht in den tieferen Fluss rüber, und sind kaum mal sichtbar. Ich kann es ihnen nicht verübeln, ich würde auch versuchen aus der warmen Suppe im Hafenbecken zu verschwinden. Sie müssen zu Tausenden sein. In der Nacht werden sie aktiv und das vorher ganz stille Hafenwasser brodelt nur so. Die Wasseroberfläche wird von tausenden von Wasserringen durchbrochen und es gluckst und plätschert nur so! Jetzt habe ich mich daran gewöhnt, aber anfangs dachte ich es finde eine nächtliche Ruderregatta ums Boot herum statt!

Nun aber meldet sich offensichtlich der Herbst an, mir ist das recht. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit hatte ich genug. Gestern Abend sassen wir mit Freunden an Deck. Es ging ein flotter Wind und eigentlich war uns allen kalt. Es dauerte eine ganze Weile bis wir endlich unsere Jäckchen oder Pullis überzogen. Ein wenig frieren war einfach zu toll!
Alle hier atmen auf und durch.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

2 Kommentare zu „Durchatmen“

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