Wir haben’s geschafft!

Abfahrt in Auxonne bei absolut fantastischen Bedingungen: 28 Grad warm, leichter Wind, strahlend blauer Himmel. Der Kühlschrank ist voll, der Früchte- und Gemüsekorb auch, die Getränke lagern kühl unterhalb der Wasserlinie in Erwartung heraufgeholt, nochmals weiter runtergekühlt und dann genossen zu werden. Ja, ich gebe es gerne zu, einiges davon ist alkoholisch.Es tut gut, sich die Luft wieder um die Nase wehen zu lassen und die Weite der Landschaft zu geniessen. Obwohl, wenn ich es mir genau überlege, ist «Weite» übertrieben: die Ufer der Petite Saône sind hier relativ dicht bewaldet, die Sicht schränkt sich in dem Fall eher auf das Davor und Dahinter des Boots. Egal, wichtig sind die Wassergeräusche, die zwitschernden Vögel in den Büschen und Bäumen und den einen oder anderen springenden und mit einem Platsch ins Wasser zurückfallenden Fisch. Extrem entspannend und entschleunigend.

Tagesziel war es, einen Platz zum wild anlegen zu finden und da die Nacht zu verbringen. In unserem reichlich zerfledderten Führer sind von vorherigen Fahrten viele Kreuzchen und Kurzbeschriebe von solchen Plätzchen vermerkt. Wir sind jedoch relativ spät los und alles ist bereits besetzt. Wir fahren und fahren, suchen das Ufer ab nach einer lichten Stelle, gross genug für unsere 15 Meter Länge. Überall liegen schon Boote, unsere Notizen sind keine Hilfe. Wir haben Gäste mit an Bord, wollen ein Erlebnis bieten und werden langsam ungeduldig. Da, plötzlich kommt diese freie Stelle in Sicht! Der Wind steht genau richtig und wir legen sauber an. Ein gutes Plätzchen: unter Bäumen aber keine störenden Büsche. Wassertiefe am Rand 60 cm und mittschiffs bereits fast 2 Meter. Super! Wir können sogar ohne Passerelle bequem vom Boot an Land (die Hunde hassen dieses metallene und rutschige Ding, bei dem man durch die Spalten runter ins Wasser sieht). Schnell sind sie draussen und nehmen im erstbesten Tümpel schon mal ein Schlammbad. SO war es eigentlich nicht gemeint, aber damit muss man halt immer rechnen! Schlamm soll ja gesund sein für die Haut und der Boden voller braun-grauen Hundetatzen kann gewischt werden. Bei so einem romantischen Plätzchen soll man sich nicht über Nebensächlichkeiten nerven. Genau.
Wir lieben diese ruhigen Flecken, an denen einen keiner stört. Auf der Karte sehen wir, dass die nächste Siedlung nicht weit sein kann. Aber es ist nichts zu hören oder sehen, weder Kirchenglocken, Verkehrsgeräusche, Muhen, Meckern oder Wiehern, noch irgend sonst eine menschliche Präsenz. Es ist den ganzen Abend lauschig ruhig und in der Nacht totenstill. Unheimlich erholsam und gemütlich. Es hat nicht einmal Mücken und so können wir den ganzen Abend draussen verbringen, etwas feines essen, und schliesslich alles offen lassen für eine angenehme Brise. Unsere Gäste schlafen im Heck bei offener Tür, 20 cm über der Wasseroberfläche, schlafen tief und finden es einfach nur herrlich!
Die Sonne weckt uns am nächsten Morgen, die Hunde kriegen einen schönen Spaziergang und wir frühstücken gemütlich in der freien Natur. Die nächste Etappe soll uns an eine der schönsten Haltestelle dieser Gegend bringen: Mantoche. Ein kleines, altes Dorf fast ohne jede Infrastruktur. Der kleine Quai liegt gleich bei einem kleinen Schloss, an einer mit Weiden bestandener Wiese. Ideal für Mensch und Tier. Platz für Boote ist allerdings Mangelware und so wollen wir früh da ankommen. Wir schaffen es lang vor Mittag, die Hunde sind ganz aus dem Häuschen und denken wir hätten ihnen einen Garten geschenkt! Hunde gut alles gut! Auch wir können entspannen, spazieren ein wenig durch das Dorf, kaufen in der örtlichen Epicerie etwas Kleines ein. Man soll solche kleinen, noch existierenden Läden unterstützen, sie sind die letzte Bastion vor dem völligen Aussterben der Lebensmittelversorgung in kleinen Ortschaften und auch wichtig für uns Bootsleute!
Eine Entenfamilie ist die örtliche Hauptattraktion und an Land entwickeln sich freundschaftliche Kontakte und Austausch mit anderen angelegten Booten. Die idyllische Lage von Mantoche fördert offenbar eine gute Grundstimmung. Ganz und gar in unserem Sinne. Wir sind im siebten Himmel.

21090703_Auxonne-Mantoche05
Foto aufgenommen von unserem Gast; thank you Bruce!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

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