Stehe in Brand!

Vor jeher trinke oder esse ich folgendes (fast) nie: Filterkaffee, Kohlensäurehaltige Softdrinks, Süsses egal was, Fast Food, Fertiggerichte, Zitrusfrüchte, Weissbrot…

… und trotzdem habe ich seit Jahren Sodbrennen, jeden vermaledeiten Tag. Begonnen hat es ungefähr zu dem Zeitpunkt als bei mir Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert wurde und ich beginnen musste, das Schilddrüsenhormon per Tabletten einzunehmen. Zufall? Vielleicht ja, vielleicht nein. Zu Beginn behalf ich mir selbst, dann musste etwas Stärkeres her als bloss Lutschtabletten: ein Protonenpumpenhemmer. Klingt wie ein Maschinenteil!

Diese Mittel in Langzeit einzunehmen ist offenbar nicht unproblematisch und ich habe mich stets unwohl gefühlt dabei, diese über Jahre einzunehmen. Es war jedoch so angenehm. Das kleine Ding morgens einwerfen und das Problem war für die nächsten 24 Stunden gelöst. In Frankreich werden keine so grossen Mengen abgegeben wie in der Schweiz, höchstens für einen Monat, dann muss man wieder antreten in der Apotheke. Diese Tatsache hat mich zum Nachdenken und Nachforschen angeregt. Was ich da las, von Darmschädigungen, Osteoporose und Schwächung der Wirkung von anderen Medikamenten, insbesondere auch von Schilddrüsenhormonen (!) hat mich schockiert. Na super. Was jetzt?

Ich setzte sie ab und versuchte es mit anderen Helferchen, Produkte aus Pflanzenextrakten, Tees, Hafer, Bananen und was da sonst alles noch an Ratschlägen herumgeboten werden. Und verbrannte innerlich fast. Die Säureblocker mussten wieder her um meine Speiseröhre zu entlasten. Denn diese war mittlerweile so entzündet, schmerzte und der ständige Druck hinter dem Brustbein machte mich wahnsinnig. Ich zog mir weiter Infos rein wo ich nur welche fand.

Dann stiess ich auf den YouTube Film eines auf Ernährung spezialisierten Arztes in Deutschland. Seiner Ansicht nach spielt Weizen, fettes und scharfes Essen, Kohlensäure und säurehaltige Früchte eine grosse Rolle. Die Doku rapportiert die Ernährungsumstellung von zwei Patienten. Beiden geht es nach der empfohlenen Umstellung – ist ja klar!  – bedeutend besser. Wieso soll das bei mir nicht auch funktionieren, ist ja nichts Riskantes!?

Ein Ernährungstagebuch muss her! So werde ich rausfiltern können, was bei mir diese Feuerhölle wirklich auslöst. Auf ab und an scharfes Essen möchte ich jetzt nicht verzichten, wenn es nicht wirklich nötig ist, auf gutes Brot (oft selbst gemachtes) auch nicht, und weiterleben ohne je wieder einen Teller duftender Spaghetti? Da möchte ich schon sicher sein, dass das wirklich sein muss.

Vor knapp zwei Wochen habe ich mit dem Tagebuch begonnen. Das wichtigste zuerst: morgens einen Leinsamentee auf nüchternen Magen, Empfehlung eben jenes Arztes. Leisamen-TEE? Leinsamen tue ich oft ins Brot, aber Tee davon machen, dies kannte ich nicht. Er soll die Speiseröhre ‚ent’reizen. Leinsamen in Wasser einweichen und die Flüssigkeit trinken. Na, dann mal los.

Heute: Tag 12. Den Säureblocker habe ich ab Tag 1 ab- und Weizen ausgesetzt. Couscous erlaube ich mir noch. Rennie und Co. liegen bereit um den eventuellen Brand sofort löschen zu können. Ich trinke etwas mehr als sonst und genehmige mir Abends einen Säure-Basen-Tee vor dem Einschlafen, ungezuckert natürlich.

Im Tagebuch markiere ich die Befindlichkeiten mit Farben, von dunkelgrün (prima) und hellgrün über gelb (am kippen) und orange bis dunkelrot (saumässig). Vorherrschend bis heute die Grüntöne! Rennies bis jetzt: 3 Stück. Ich bin auf dem richtigen Pfad und leider, leider, leider ist wahrscheinlich der Weizen schuld! ABER: Das Couscous habe ich vertragen, also gibt es die Hoffnung, dass ich Hartweizen vertrage. Neuerdings erhält man hier in den Grossverteilern – manchmal – Dinkelmehl. Gekauftes Dinkelbrot, sofern überhaupt erhältlich, funktioniert nicht. Aber Selbstgemachtes aus 100% Dinkelmehl, Hefe, Wasser und Salz, und gar nichts anderes, vertrage ich bestens und ist erst noch sehr schmackhaft. Dieser Punkt geht schon mal an mich 😉 Jetzt muss ich bloss noch herausfinden woher ich dieses Mehl zuverlässig nachgeliefert erhalte!

Nächstens wage ich mich an ein Pasta-Gericht. Wir lieben Pasta. Drückt mir die Daumen!

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

10 Kommentare zu „Stehe in Brand!“

  1. Sehr interessant, ich bin gespannt wie es weiter geht! Ich habe in stressigen Zeiten oft von Salami und Pizza und süßem Sodbrennen bekommen, ein Apfel hat bei mir meist geholfen. So ganz kam ich aber bisher nicht dahinter, manchmal vertrage ich diese Sachen nämlich einwandfrei…

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    1. Ich glaube im Grund nicht, dass es die naturbelassenen Rohstoffe wären. Es muss all der Mist sein, das die Produzenten sonst noch reinpacken. Beim Brot ist es ganz sicher auch die fehlende Zeit, kein Produzent erlaubt doch seinen Teiglingen noch normal zu ‚gehen‘! Mein Brot braucht mindestens einen Tag von A bis Z!

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  2. Wir haben schon lange auf Dinkel-Teigwaren umgestellt. Bei uns kann man diese in der Migros kaufen. Hergestellt werden sie bei ‚Kernser Teigwaren‘ in CH-6064 Kerns.

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    1. Danke für diese Info. Sofern alle Stricke reissen hier in Frankreich, müssten wir wohl auf solches ausweichen. Bin aber nicht sicher ob unsere Besuche glücklich wären über Massenbestellungen 😉

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  3. Ciao Suzy
    Die Daumen sind gedrückt.
    Kürzlich hatte ich den Besuch, eines Allergikers, der fast nichts essen darf. Es gab Teigwaren aus Kichererbsen, Linsen und andern proteinhaltigen Hülsenfrüchten, bei denen ich hängen blieb, da ich meinen Fleischkonsum reduziere (Tierhaltung/Treibmittel etc.). Mein Gast wollte auch keine Saucen oder Geschmackverbesserer. Und siehe da, geschmorte Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch und Gemüse… tun es auch. Je überschwänglicher die Angebote in den Regalen werden, je leichter finden wir zur Grossmutter-Küche zurück. Viel Spass und guten Erfolg
    Sylvia

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  4. Liebe Suzy, die Daumen sind gedrückt.
    Der Besuch eines Allergikers, der fast nichts essen kann, brachte mich zu Kichererbsen-, Linsen- und andern proteinhaltigen Hülsenfrüchte-Teigwaren, die ich nicht mehr missen möchte. Er war äussert scharf gegen Saucen und andern Geschmackverbessern und siehe da, mit geschmorten Zwiebeln, Kräutern, Knoblauch, Gemüse… gelingt es auch. Ist es nicht die wahnsinnige Vielfalt an neuen „Lebensmitteln“ in den Regalen, die uns zurück zu einer gesunden Grossmutter-Küche treibt?
    Cheers, Sylvia

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    1. Ja, die industrielle Lebensmittelproduktion macht uns kaputt. Bei Magenproblemen denkt man ja noch an Ernährung, aber bei anderen Beschwerden wohl weniger. Auf jeden Fall ist Grossmutters Küche sicher gesünder gewesen. Von den beschriebenen Teigwaren habe ich noch nie gehört und hier auch noch nie ähnliches gesehen. Ich schau mich mal um, danke für den Tipp. Liebe Grüsse

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