Geheime Träume?

Heut Nacht haben wir ein Boot gekauft! Ein Grosses, Altes. Ein Schiff ähnlich einer Freycinet-Péniche aber irgendwie eben doch nicht! Ziemlich abgetakelt. Innen ist alles opulent in etwas abgerissenem viktorianischen Stil eingerichtet und es sind bereits einige Untermieter an Bord, menschliche, keine Ratten oder so! Ich habe wenigstens keine gesehen. Alle haben sich sofort über Mängel in ihren Kabinen beklagt.

Es gibt da auch irgend ein Problem mit dem Motor oder der Steuerung und in den Bädern gibt es kein Wasser, wenn ich mich richtig entsinne. Auch weder Duschen noch Badewannen. Dafür tolle Fliesen von 1890. Wir liessen das Schiff gleich von irgendeinem A nach irgendwelchem B transportieren und zwar durch enge Gassen mit gepflasterten Belag, mitten durch eine alte Stadt. Alles in dieser Stadt war bräunlich, wie auf einer alten Sepia-Aufnahme.

Ein purer Alptraum!

Wie immer, wenn ich solchen Mist geträumt habe, frage ich mich nach dem Aufwachen,  woher bloss diese schrägen Ideen kommen.

In den letzten Tagen hatten wir des Öfteren mit Zufallsbekanntschaften über die ideale Bootslänge diskutiert. Klar, wenn wir irgendwo anlegen und auch andere Bootsbesitzer da sind, kommt man meist leicht ins Gespräch und Boote im Allgemeinen und unsere eigenen Boote im Besonderen sind stets ein Thema (aber zum Glück nicht nur!). Dabei geht es sehr oft um die Möglichkeit oder besser, um die Schwierigkeit Liegeplätze zu finden. Freizeithäfen und auch öffentliche Anlegestellen schränken die erlaubte Maximal-Länge meist auf 15 Meter ein. Dies bereitet vielen Schwierigkeiten, da einer der raren langen Anlegeplätze ergattert werden muss.

Vor 2 Tagen in Seurre wurden wir von der Gendarmerie auf die Konformität von Papieren, Bewilligungen und Ausrüstung kontrolliert. Kein Alptraum. Alles bestens. Die zwei sehr netten Beamten haben da dann aber ein geschätzt 16 oder 17 Meter langes Boot weggeschickt. In Seurre beträgt die erlaubte Länge an den Stegen 15 Meter. Die beiden Engländer, die sich am Sonntagabend noch einen neuen Platz suchen mussten, taten uns Leid. Es muss äusserst unangenehm sein, wie ein Hund weggeschickt zu werden.

Dennoch haben wir uns insgeheim beglückwünscht, dass wir damals, als wir uns für unser Hausboot umschauten, nicht unserem Traum von einem richtig grossen Boot nachgegeben hatten, sondern uns stattdessen mit unserer 15x 4,5 Meter Barke begnügten. In der Zwischenzeit haben wir natürlich auch gemerkt, dass für die Wohnqualität die Breite eines Bootes eigentlich fast entscheidender ist als die Länge.

Das grosse Boot, das wir uns heute Nacht angeschafft haben, belassen wir lieber in der Traumwelt. In jenem Land können wir uns ja auch noch weitere Schiffe leisten, ohne danach mit realen Problemen kämpfen zu müssen.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

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