Wir sind die Grössten!

Momentan fast kein Wind, die Saône spiegelglatt, die Temperatur nicht mal 10 Grad, brrr

… die grössten Feiglinge, meine ich.

Gestern Nachmittag sind wir in Chalon-sur-Saône angelangt. Bestens bekannter Hafen für uns. Hier haben wir ziemlich genau vo einem Jahr 10 Tage warten müssen um in den Canal du Centre einfahren zu können. Das Schleusentor war einige Stunden bevor wir davor ankamen kaputt gegangen und musste repariert werden. Chalon ist ein angenehmer Liegeplatz, aber wir wollten eigentlich bloss übernachten und dann weiter gen Norden. Wir, respektive mein Mann, hat einen Termin in einer Woche; die Infektion in seinem Knie soll endlich angegangen werden. Als Liegeplatz währenddessen haben wir Auxonne auserkoren.

Die Wetterprognosen für diese Woche sind schlecht, das wussten wir. Aber eben, der Termin in Dijon. Von Pont-de-Vaux gings in zwei Etappen bis hierher. Zeitweise heftiger Gegenwind, Sonne und zwischendurch ein paar Tropfen, und eisig kalt!

Vor allem wenn man, wie wir, darauf besteht draussen zu fahren. Ich trug vier Schichten, sah aus wie der Bibendum von Michelin, und war abends trotzdem durchgefroren.

Der Wind hat gedreht, ist noch stärker und weht nun von Süden her. Das bedeutet, dass er das gegen Süden strömende Wasser staut und sich rechte Wellen bilden. Böen von bis 70 Stundenkilometer sind gemeldet worden, da machten wir schon lange Gesichter.

Heute Morgen nun haben wie einigen Booten bei der Ausfahrt zuschauen können und, nee, das tun wir uns nicht an! Die Ferienboote haben ihre liebe Mühe schon überhaupt aus dem Liegeplatz heraus zu kommen, aber auch für Bootseigner scheint es nicht einfach zu sein, schön mittig durch die Bogenbrücke und auf die Saône raus zu fahren. Für uns, mit unserem flachen Boot wäre dies noch schwieriger, der Wind würde ein Spielchen mit uns treiben. Kurz: Wir wagen uns da nicht raus!

Mieses Wetter und ein Boot, dass sich schon zweimal aus dem Ufergebüsch befreien musste
Durch den mittleren Bogen muss du durch. Dieses Boot war zuvor schon zweimal im Ufergebüsch gelandet.

Wir bleiben am Trockenen und haben umdisponiert! Hier liegen wir gut, Spaziergänge für die Hunde gleich vor der Tür, voller Service hier am Hafen und Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in nächster Nähe. Wir lassen uns hier ein wenig herumschaukeln, machen die Wäsche, backen einen Kuchen und vertreiben uns ein wenig die Zeit. Nicht dass wir eine Pause nötig hätten! Aber eben, Bootsreisen lassen sich schlecht planen und schon gar nicht programmieren. Die Prognosen sehen für morgen genau so schlecht aus, übermorgen soll der Wind zurückgehen aber es wird immer noch regnen und die Temperaturen, na ja, diese bleiben tief. Da wir keine Fahrten über 4 Stunden mögen, allein wegen der Hunde, wird es dann langsam knapp für Auxonne. Auf dem Weg wollten wir ja noch Freunde in St-Jean-de-Losne besuchen und wenn möglich nicht bloss für einen Kaffee; wir werden sie danach für lange nicht mehr wiedersehen!

Also, lieber ein Feigling sein als zu mutig, bloss um dann ein Spielball des Wetters zu werden, zum Ende womöglich noch mit einem Kratzer am frisch gestrichenen Boot oder einer Beule irgendwo!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

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