WiFi und so

Um den Blog zu pflegen, Hundefutter zu bestellen und allerlei Nützliches zu tun benötigen wir natürlich Zugang zum Internet. Nun haben wir logischerweise keine Kabel, die bis ins Boot verlegt sind, von Glasfaser gar nicht zu reden. Trotzdem schlagen wir uns ganz gut durch, finde ich.

Fast jeder grössere Hafen bietet Wlan an. Meist ist das leider gar nicht zu gebrauchen, ausser man habe direkt bei der Antenne angelegt. Schon ein paar Plätze weiter wird’s prekär. In einem Stahlboot sowieso. Sich da drauf verlassen? Lieber nicht.

Eigentlich und im Prinzip ist es viel einfacher als gedacht. Wir haben uns nämlich in der Vorbereitungsphase auch unnötig Sorgen gemacht. Man benutzt einfach den Hotspot! Da wird es jedoch vor allem für Schweizer schon wieder etwas schwierig. Mit einem Schweizer Abonnement aufs Internet zu gehen kann vorläufig, glaube ich, immer noch sehr schnell sehr teuer werden. Da wir ausgewandert sind besorgten wir uns umgehend Geräte und Abonnements in Frankreich. Also, das war so die Idee.

Hier gerieten wir nämlich bereits an die erste Hürde. Geräte kaufen ist kein Problem, aber für das Abonnement benötigt man eine Bank in Frankreich und für die Bank benötigt man eine Adresse in Frankreich. Alles klar. Aber zeitraubend!

Die Bürokratie in Frankreich ist zum Teil in den 80iger Jahren stecken geblieben. Soviel umständliches Prozedere und Papierkram für jeden kleinsten Schritt habe ich überhaupt noch nie erlebt, nicht einmal in den Zweit-und Drittweltländern in denen wir zu Zeiten vor dem Internet gewohnt haben. Auf einem Boot hat man nicht automatisch eine Festadresse, aber eine spezialisierte Firma hilft uns da aus und leistet gute Dienste. Als wir Adresse und Bank endlich vorweisen konnten, gings dann vorübergehend schnell. Ein Gerät war gekauft und das Abo bestimmt. Für das zweite, oho, nicht so schnell, bestand dann eine Wartefrist. Hä?  Je suis désolée, untröstlich, aber Vorschriften sind Vorschriften.

Nichts wie los zu einem zweiten Anbieter. Alles ging gut, bis zur Bezahlung: „Sie haben da eine Wartefrist!“ Der Schuldige ist also die Bank! Auf Anfrage wie wir dies umgehen könnten, telefoniert der sehr zuvorkommende Verkäufer ein wenig herum und macht dann ein trauriges Gesicht. „Durch eine Vorauszahlung auf das Abo ist es möglich, aber eine happige Vorauszahlung, ich habe schon abgesagt“. Ja wieviel dies dann wäre? Dreihundert Euro. Wahrscheinlich ein schöner Teil seines Lohns. Dementsprechend machen wir auch ein schockiertes Gesicht, bezahlen aber trotzdem, wir mussten einfach ein Abo für jeden von uns haben! Das Geld ist kein Schmiergeld und einfach weg, sondern wird nach und nach mit den zukünftigen monatlichen Abo-Kosten verrechnet.

Dass wir nun zwei verschiedene Anbieter haben ist letzten Endes ein Glücksfall. Weil die Versorgungsnetze zum Teil katastrophal ausgebaut sind und eines der beiden Anbieter meistens doch funktioniert. Hier im Hafen zum Beispiel! Mein Empfang ist so schwach hier, dass ich ganz nahe an die grossen Fenster, noch besser unter die offene Türe stehen muss um Empfang zu haben. Überall sonst: Nada. Funkstille. Da bin ich froh, kann ich auf den Hotspot des anderen Geräts. Umgekehrt hatten wir es auch schon des Öfteren.

Es ist uns unterwegs in der Pampa auch schon passiert, dass sich überhaupt nichts mehr tat. Da ist ein VHF (Very High Frequency) nützlich. Für meinen Bootsführerausweis, den ich gleich zu Anfang Jahr gemacht habe, war der Prüfungsteil für die VHF-Nutzung eingeschlossen. Ich weiss also Bescheid :-o. Im älteren Ausweis meines Mannes jedoch nicht (lach, endlich hab ich mal die Nase vorn!). Wie ein Funkloch vor allem für Mietboote ist, stelle ich mir aber doch eher unangenehm vor, diese haben ganz sicher kein VHF und ich nehme doch an, eine völlige Abnabelung von jedem Internet gefällt heutzutage niemandem mehr, ausser er mache gerade einen Digital Media – Entzug!

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

5 Kommentare zu „WiFi und so“

  1. Hallo,

    interessant, dass es anderen auch so ergeht bzw. uns ergangen ist. Wir halfen uns damit, dass wir ein mobiles WLAN-Teil von Huawei kauften und das mit einer Prepaid Simkarte von Vodafone Frankreich bestückten. Das muss ich ja direkt bezahlen und somit kein Problem wegen Adresse.
    Charterboote haben und brauchen kein VHF, dafür gibt es immer mehr Charterfirmen, bei denen man mobiles WLAN mit anmieten kann. Funktion s.o.

    Ja, ja….die Erreichbarkeit. Früher stand man an der Telefonzelle in der Schlange und wartete…..
    Grüße
    Peter

    Gefällt 1 Person

      1. 😂😂 wir haben nur eine Leitung am Haus das heißt alle die Internet wollen müssen über den einen Anbieter gehen. Und ich seh es nicht ein 60€ zu zahlen pro Monat wenn ich am Handy für 20€ unlimited datenvolumen habe 🤷🏻‍♀️ …ich sag meiner Vermieterin lieber nicht, dass mein Freund das tatsächlich kann! 😂🙈

        Liken

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