Ein Plätzchen für den Winter

Larifari-Leben

Als wir noch vom Leben auf einem Hausboot träumten, dachte ich eher an ein völlig planloses in den Tag, die Woche, den Monat hinein leben. Keinen Gedanken verlor ich an die Tatsache, dass wir uns auch da werden etwas organisieren müssen. Mir schwebte die grosse Freiheit vor mit unbeschwertem und völlig sorglosem Herumschippern ins Abendrot sozusagen.
Na, das ist jetzt vielleicht etwas plakativ, aber in der Zwischenzeit hat mich die Realität eh so ziemlich eingeholt.

Sommertörn

Klar ist es möglich im Sommer einfach mal loszudampfen und schauen was da so los ist auf den Kanälen und Flüssen. Für zwei oder drei Wochen ist ja alles noch überblickbar. Ist man jedoch monatelang auf Fahrt, kann der eine oder andere Fall eintreten, dass man bestimmte Sachen beschaffen muss, das nicht in jeder Dorf-Epicerie erhältlich ist, oder man benötigt mal einen Tierarzt oder Arzt, muss doch einmal Schwarzwasser abpumpen oder Treibstoff bunkern, oder benötigt gar eine Reparaturwerkstätte für’s Boot. Nicht alles findet sich immer und überall und eine kleine Reiseplanung kann nicht schaden. Einfach so, um zu wissen, was einen in den nächsten 100-200 Km erwartet und wohin man sich im schlimmsten Fall wenden könnte.

Wenn’s dann kalt wird ist fertig mit lustig

Einen Überwinterungsplatz können wir auch nicht einfach so anfahren und sagen, „hallo, da sind wir, wir kommen um zu überwintern“! Da ist einmal die Platzfrage einerseits und andererseits die Frage nach dem Dienstleistungsangebot. Dies insbesondere, wenn man auf dem Boot wohnen bleibt! Also besser vorsorgen und sich rechtzeitig einen guten Platz sichern.

Wir suchen die Eier legende Wollmilchsau!

Unsere Suche nach dem Liegeplatz für den nächsten Winter gestaltet sich recht umfangreich. Schon unser „Anforderungskatalog“ lässt sich sehen! Da stehen die Bedürfnisse unserer vierbeinigen Begleiter ganz oben; also tolle und abwechslungsreiche Spazier-Möglichkeiten und eine Tierarztpraxis in Gehdistanz wären optimal. Dazu wünschen wir uns natürlich Einkaufsmöglichkeiten, die mit dem Rad erreichbar sind. Ein schöner Wochenmarkt fänden wir ein absolutes Highlight und würde einen potentiellen Hafen gleich noch viel attraktiver machen. Arzt und Zahnarzt in der Nähe für die jährlichen Kontrollen und „Unterhaltsarbeiten“, wäre ein atout, eine  angenehme Zugabe. Schon ein ganz ordentlicher Katalog, nicht?

Dazu kommen die Anforderungen an den Hafen an sich: im Winter geöffnet, zuverlässige Strom und Wasserversorgung sind natürlich absolut Bedingung. Im Weiteren wäre es von Vorteil wenn eine Schwarzwasserpumpe, eine Tankstelle und eine Reparatur- und Unterhaltwerkstätte in der Nähe wären.

Habe ich etwas vergessen? Ach ja, klar: ein paar nette Restaurants wären nicht schlecht, aufgeschlossene Stadtbewohner und vielleicht noch ein paar historische Bauten und sonst Sehenswertes. In der Umgebung Rebberge oder sonstige Highlights wären eine willkommene Zugabe. Es kämen uns da sicher noch einige fakultative Punkte in den Sinn!

Suchen und Finden

Nun, alles an einem und selben Ort werden wir kaum finden. Wir scannen jetzt den ganzen östlichen und nordöstlichen Teil von Frankreichs Kanal-und Flusssystem durch,  um den bestmöglichen Winterplatz zu finden. Beide Freizeithäfen in denen wir bisher einen Winter verbracht hatten, Auxonne und Pont-de-Vaux, haben wir von Durchfahrten gekannt. Nun aber wagen wir uns in uns völlig unbekanntes Terrain vor. Wir hören uns um, wir lesen viel, wir surfen auf Google Maps; schlussendlich müssen wir uns einfach mal entscheiden, und zwar bald.

Unser derzeitiger Favorit ist Toul  am Canal de la Marne-au-Rhin, Rhein-Marne-Kanal. Wir haben viel Gutes gehört und dort als ersten Hafen mal angefragt. Eine Antwort ist heute auch schon eingetroffen: Wir befinden uns auf der Warteliste.

Moment mal, Warteliste? Worauf müssen wir denn da warten und an welcher Position befinden wir uns auf dieser Liste? 2, 5 oder 25? Ach, ist das nervig. Ich muss wieder mal warten, und das stresst mich!

Titelbild: Luftbild von Toul. Der Port de plaisance, der Freizeithafen, befindet sich unten links, ausserhalb der Befestigungswällen. 

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

2 Kommentare zu „Ein Plätzchen für den Winter“

  1. Wir haben über Mulhouse nachgedacht. Nicht für den kommenden Winter, aber grundsätzlich. Nicht ideal für die Hunde, aber akzeptabel, zumal man sich ein Auto vor die Tür stellen könnte. Hafen mitten in der Stadt, das mögen wir gern.

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