Die Welt ist wieder in Ordnung

Das Boot ist im Wasser, wir sind umgezogen und wohnen wieder im Hausboot. Der Anlegeplatz ist hübsch; wir liegen am Kopfende eines der Stege und haben auf der Aussenseite freie Sicht in die Natur.

Alles ging gut, bloss ist das Ganze nicht gerade so abgelaufen wie wir uns das vorgestellt hatten. Am Vortag der Einwasserung meldeten sich meine Augen mit einem neuen Problem: ich sah mit dem rechten Auge (wo sich der Glaskörper löst) auf einmal wie durch eine verregnete Scheibe. Lauter kleine Regentropfen hingen vor dem blauen Himmel. Anruf in die Augenklinik, muss kontrolliert werden, Termin gleich am folgenden Morgen. DEM grossen Tag. So ein Mist.

Während ich in der Klinik sitze oder vom Taxichauffeur durch die Gegend gefahren werde (es ist derselbe wie Ende Oktober, also MEIN Taxifahrer) wird die Escapade wieder ins Wasser gelassen. Kein Wind und kein Regen, perfekt! Nur ich kann leider nicht dabei sein.

Ein kurzes gemeinsames Mittagessen und danach wurde unser Heim an den definitiven Platz gefahren. Ich war schon am Ponton bereit um unser schwimmendes Haus in Empfang zu nehmen und festzumachen. Kleine Aufregung hier, weil ein Teil der Seiten-Pontons über keine Klampen verfügt und auf derselben Seite erst noch ein wassergefülltes Dinghi lag. Zum Glück waren in der Zwischenzeit schon mehrere unserer zukünftigen Nachbarn herbeigekommen, diese leerten das Dinghi und bugsierten es ins Wasser. Für das Festmachen des Hecks fand sich ein Ring, den ich zuerst übersehen hatte. Wir dankten und stellten uns den netten Leuten vor und haben so bereits einen Teil der Überwinterungs-Gemeinschaft kennengerlernt. Es werden etwa 12 Boote sein, die den ganzen Winter über bewohnt sind. Cool.

Am Samstag wollten wir eigentlich umziehen. Ein kleiner Transporter hatten wir bereits Freitagabend abgeholt. Ich hörte das Wetter schon, da war ich noch tief in den Decken vergraben. Herbststurm mit donnerndem Regen. Ich drehte mich nochmals um. Vielleicht später.

Später war dann Sonntag. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen transportierten wir unsere Habe zum Anlegesteg und von da noch die 30 Meter zum Boot. Wir waren froh, hatten wir das nicht noch Samstags durchboxen wollen. Die Hunde waren überglücklich. Erst machten sie das Hin-und her auf dem Ponton begeistert mit, fanden aber bald, das sei jetzt nicht mehr so spannend und machten es sich auf ihren alten Lieblingsplätzen gemütlich: Janusz im für ihn viel zu kleinen Merry-Körbchen und Merry auf dem grossen Janusz-Kissen. Wie immer.

Wir sind wieder zuhause und es fühlt sich gut an. Sehr gut. Das kann sogar eine stürmische Nacht mit heftigem Geplätscher unter dem Bug, resp. dem Bett nicht trüben. Sogar Wachliegen ist zu Hause schöner!

 

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

11 Kommentare zu „Die Welt ist wieder in Ordnung“

  1. Schön, dass ihr wieder zuhause seid! Aber das mit dem Auge ist doch sehr unangenehm, oder nicht? Ich bin schon mehr als irritiert, wenn ich etwas größeres als ein Staubkorn auf dem Brillenglas habe. Vorbei gucken geht gar nicht… Ich drücke Dir die Daumen, dass da bald etwas gemacht werden kann ❤️!

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    1. Gemacht wird nichts. Das ist eine natürliche „Alterserscheinung“, zusammen mit meiner Miopie einfach etwas verfrüht. Das Hirn wird lernen die Flecken nicht mehr zu sehen, da unbedeutend. Das Problem ist, dass die Gefahr einer gleichzeitigen Netzhautablösung besteht, daher die sofortigen Kontrollen. Angenehm ist anders, aber bis Ende Monat sollte die Glaskörperablösung durch sein, möglichst ohne Komplikationen. Ich sehe die Mücke schon meist nicht mehr, aber kaum kommt was Neues dazu, das natürlich schon. Ich bin schon froh, kann ich weiter Kontaktlinsen tragen! Danke für deine Anteilnahme 💕

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    1. Mücke und Tropfen bleiben, leider. Mein Hirn wird sie mit der Zeit lernen sie auszublenden. Soweit die Theorie. Hoffentlich klappt das auch bei mir. Zum Glück ist es mein schwaches Auge, also stehen die Chancen relativ gut.

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  2. Mit geht es da halt wie Samybee, wenn ich was auf der Brille hab, werd ich irre und auch die Verunreinigungen im Kammerwasser find ich sehr störend.
    Gut, dass du gerade einen Augenarzt in der Nähe hast und nicht immer einen neuen suchen musst.
    Ich drück dir die Daumen, dass es keine Komplikationen gibt und das Hirn wirklich alles ausblendet.

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    1. Im Auge bin ich mitten im Prozess einer Glaskörperablösung (hatte vorher auch noch nie davon gehört). Offenbar ist das altersbedingt und weil ich stark kurzsichtig bin, kommt das ein wenig früher als normal. Das Problem ist, dass die Symptome ähnlich einer Netzhautablösung sein können und deshalb muss ich bei jeder Veränderung kurz in die Kontrolle. Kurz für die Augenärztin, gar nicht kurz für mich. Jedes mal Transport organisieren + die Wartezeiten sind nicht Peanuts. Aber ich habe ja sonst nichts zu tun. Die Mücke und die Regentropfen werden bleiben. Toll nicht? Das Hirn blendet sie aber beteits schön aus, bin zuversichtlich, dass mich das nicht allzu sehr stören wird. Tja, Zipperlein hier, Zipperlein da …😕 Danke für deine Nachfrage 😘

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