Kleine Pechsträhne: 3 Patienten

Wir sind wirklich gut koordiniert, alle 3: Janusz, Merry und ich.

Janusz, der Grosse (Hund), ist in den letzten Tagen aufgefallen durch ein etwas hängendes Ohr, später kam Speichelfluss dazu und schlussendlich ein Auge, mit dem irgend etwas nicht stimmte. Seltsamerweise schien er keine Schmerzen zu haben und machte den Clown wie immer, hatte guten Appetit und speedete auf Spaziergängen herum. Aber er musste zum Tierarzt, ganz klar. Zum Glück hat Pont-de-Vaux eine gute Tierklinik. Allerdings weit ausserhalb der Stadt. Wir haben zwar ein Boot, das da keine Hilfe ist, und kein Auto, das halt in solchen Fällen praktisch wäre. Bliebe noch die Variante Taxi und das ist so eine Sache hier: schwer zu ergattern und mit Hund sowieso nicht. Also volontierte mein Mann für den Fussmarsch. Das Untersuchungs-Ergebnis: An Janusz’s linken Kopfhälfte sind Ohr, Lefzen und Augenlid gelähmt. Ursache vorläufig unbekannt. Die Tierärztin konnte nicht sagen ob er einen kleinen Hirnschlag hatte, sich beim Herumsausen verletzt hat, zum Beispiel mit einem Stock – er liebt grosse, schwere Äste -, eine Entzündung hat oder einen kleinen Tumor der auf den Nerv drückt. Na super! Er kriegt jetzt Medikamente gegen Entzündungen und Salbe, damit das Auge feucht bleibt. Und wir putzen ihm regelmässig die Schnauze. Das Schlabberzeugs sind wir nicht gewohnt! Bis morgen muss es deutlich besser sein (mir erscheint es besser, er kann das Ohr ein wenig bewegen und blinzelt wieder) sonst muss er zu einem Scan. Patient Nr. 1

Janusz mit hängenden Ohren und bekümmertem Blick
Mit mir stimmt was nicht?

Ich selber habe Probleme mit einem Auge. Eine Mücke behindert meinen Blick, nur dass es keine echte Mücke ist, ich sehe bloss eine. Der Anruf zur einer telefonischen Beratung endete mit der Aufforderung sofort die Notfallstation in Macon aufzusuchen. Verdacht auf Thrombose. Um ein Taxi zu organisieren benötigten wir fast einen halben Tag. Dafür war der Taxifahrer nett. Er versprach mich auf Abruf so schnell wie möglich wieder abzuholen und nach Hause zu bringen. Es ist lange her, dass ich das letzte Mal in einer  Notfallabteilung war. Das ist wirklich kein Vergnügen. Papierkrieg, warten, Aufnahmegespräch, lange warten, Getränkeautomat kaputt, Beorderung in den Untersuchungsraum, wiederum warten. Die Konsultation dann von einem jungen Arzt unter Zeitdruck, alsbald Kopf voll mit medizinischen Ausdrücken; ich habe nur behalten, dass es nicht bedrohend ist, ich aber noch diese Woche zum Augenarzt für eine gründliche Abklärung soll. Aha, wie soll ich den hier bitte finden? Tja, das wird schwierig sein aber tschüss jetzt. Wir standen wieder draussen, ich und die Mücke. Nun habe ich die wunderbare Aufgabe einen Ophthalmologen zu finden, der mich noch diese Woche in die Sprechstunde integriert.  Na bravo! Patientin Nr.2

Merry, die Kleine, hat ob der Unruhe der letzten zwei Tage gestern einen epileptischen Anfall gehabt, der einfach nicht enden wollte. Er ebbte ab und kurz danach fing alles wieder von vorne an. Das ist jetzt schon das zweite Mal seit wir in der Hobbit-Hütte wohnen. Wir müssen sie wirklich zur Abklärung bringen. Wir hatten früher schon einmal eine Hündin aufgenommen, die Epileptikerin war, aber deren Anfälle waren selten und ganz anders. Das mit Merry gefällt mir gar nicht. Sie spürt es kommen und guckt dann so bettelnd, kriecht einem dann auf den Schoss und schon fängt sie an zu zittern. Es schüttelt sie richtiggehend durch. Sie tut mir so leid. Danach, wenn es dann endlich aufhört, ist sie völlig erledigt und schläft eine Stunde wie eine Tote. Oje. Da erwartet uns wiederum ein Marsch zur Tierklinik. Patientin Nr. 3

Erschöpfte, anhängliche Merry
ich muss mich jetzt erholen

Mein Mann lässt ausrichten, es gehe ihm gut, aber diese Häufung von gesundheitlichen Problemen aller und zur selben Zeit müsse eine Ausnahme bleiben, sonst werde er Alkoholiker!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

7 Kommentare zu „Kleine Pechsträhne: 3 Patienten“

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