Shopping-Time

Shopper mit Papiertaschen

Mein Kleiderschrank ist klein, ich nahm letzten Herbst bloss eine minimale Auswahl mit aufs Boot. Die ganzen Büroklamotten hätten eh nicht hierher gepasst. Einfache Basics sind hier angesagt; die Kleidungsstücke mussten praktisch, solide und gut waschbar sein. Die Auswahl war nicht schwierig und schnell getroffen.

Das Wenige an Kleidern, die ich habe, wird diesen Sommer und Herbst nicht überleben.
Eins um andere Stück hat plötzlich ein Loch, ausgeleierte Nähte, einen Saum der ausgefranst ist oder ich habe das gute Stück an der Reling oder an einem hervorstehendem Haken eingerissen. Mann’s Lieblingshose wanderte soeben in den Sack für die Kleidersammlung; für mehr als Putzwolle taugt die allerdings nicht mehr. Anfangs habe ich die ersten schäbigen Stellen noch flicken können. Widerwillig zwar, aber diesen bittenden Männer-Hundeaugen konnte ich nichts entgegensetzen! Seine Lieblingshose musste einfach die letzten paar Wochen noch durchhalten. Hat sie, aber jetzt war Schluss.

Wir sind nicht die einzigen, die auf den Stegen der Häfen langsam verlottert herumlaufen. Es scheint eine Spezialität der bootsfahrenden Spezies zu sein. Erst vorgestern kam einer hier an, in einem blendend weissen T-Shirt ohne jeden Flecken, aber mit einer leicht offenen Ärmelnaht und den typischen kleinen Löchern eines Jersey-Stoffs. Keinen kümmerts, keinen störts. Beruhigt mich.

Meine absolute Lieblingsbluse dieses Sommers verabschiedet sich leider auch. Frisch geduscht und mit eben dieser Bluse wollte ich mich gestern an den Frühstückstisch setzen, da guckte Mann etwas komisch und meinte, mit meiner Bluse stimme etwas nicht. Ich gucke an mir runter und sehe Teile meines BHs hervorblitzen. Upps, zum Glück noch zu Hause bemerkt! Mit grosser Wehmut habe ich sie entsorgt.

Heute ist es wiederum sehr kühl, wir hatten diese Nacht einen erneuten Temperatursturz und heute früh lasen wir draussen gerade mal 10°C vom Thermometer ab. Die ganze Nacht schüttete es kübelweise auf unser Blechdach herunter. Wir sind ja zur Zeit auf dem Campingplatz in einem Chalet ausquartiert und nicht auf dem Boot. Von den wenigen Kleidern haben wir noch weniger hierher mitgenommen. Bevor wir vor einer Woche umgezogen, buddelte ich die Winterkleider raus um auch ein paar wärmere Stücke mitnehmen zu können. Viele sind das nicht; Ende des letzten Winters hatte ich alles durchgesichtet und vieles in den Kleidersack gestopft und in die Tonne geschmissen. Jetzt holt es uns wirklich ein: Wir brauchen neue Kleider.

Ich hasse Kleider kaufen! In den Läden sowieso, aber auch Online macht es mir keinen Spass. Es ist mir nicht egal, was ich trage, aber shoppen – uff. Samstage lang durch die Boutiquen streifen? Kaufhausrausch? Abends durch Zalando & Co’s Angebot surfen? Nicht mein Ding, nein, das bin nicht ich!

Ich liebe schöne Dinge, es macht mir Spass für unser Heim so lange nach Sofakissen in einer ganz speziellen Farbe zu suchen, bis ich sie gefunden habe. Alle möglichen Quellen abzusuchen, bis ich genau „meine“ Teller gefunden habe, macht mir nichts aus, und wenn es Monate dauert. Aber Kleider?! Schon nur das Anprobieren! Einmal, zweimal geht ja noch, aber danach habe ich für einen Monat genug. So kommen wir natürlich nicht weiter. Also das kleinere Übel: Online-Shopping.

Da kommt jedoch ein anderes Problem auf uns zu: Schon in der Schweiz habe ich es nie geschafft, dass meine „Lieferanten“ uns wirklich keine, KEINE, gedruckte Kataloge mehr zusenden. Ich meine, Online findet online statt, und sehe nicht ein, weshalb es dennoch dicke Kataloge braucht. Ich habe sie abbestellt, dann unfrankiert zurückgeschickt REFUSÉ! Porto zu Lasten des Empfängers. Dies hatte vorübergehend gewirkt, aber nie auf die Dauer.

Seit wir auf dem Hausboot leben haben wir ständig vorübergehende Zustelladressen für Pakete und eine fixe Rechnungsadresse; letztere ist die Adresse eines Dienstleisters. Diese Stelle verwaltet die Post von so unsteten Leuten wie wir. Diese Dienste kosten natürlich etwas. Wenn ich es nicht schaffe, dass uns absolut keine Kataloge mehr zugestellt werden, wird uns jedes Handling solch unerwünschter Postsendungen verrechnet! Auch das Retournieren oder die Entsorgung dieser Kataloge also. Ich bin nun gespannt, ob mir diese Online-Firmen garantieren können, dass wir nichts und nie erhalten werden. Die Anfragen diesbezüglich sind erst mal raus. Da bin ich jetzt echt gespannt!

Was ich tun werde, falls diese Garantien nicht abgegeben werden, weiss ich noch nicht. In alten Säcken herumlaufen vermutlich 😦 Nein, ich habe eine bessere Idee; mich Mittwochs hier auf dem Markt umsehen, vielleicht werde ich da für ein paar Basics fündig und kann ich mich so durchwursteln. Vielleicht geht es sogar ohne Anprobieren.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

5 Kommentare zu „Shopping-Time“

  1. Das mit der Werbung ist immer so eine Sache. Meine ehemalige (fast 90 jährige) Nachbarin hat letzte Woche erst völlig aufgelöst meiner Mutter angerufen sie müsste ganz ganz schnell kommen. …um die Geschichte kurz zu halten, selbst nach fast 2 Jahren, nachsendeauftrag und überall um oder abmelden, meinte die Bank, sie müsste Kredit Angebote / Werbung an meine alte Adresse schicken. Die alte Dame dachte sich nichts dabei, vermutete Werbung und öffnete den Brief, da sie den Umschlag nutzen wollte. Dabei sah sie nur „10.000€“ und dachte, mir würde da Geld zustehen. Als ich bei der Bank anrief und fragte was das soll, wurde mir gesagt da können sie leider nichts ändern – mit der werbe Abteilung haben sie nichts zu tun. 😡😡😡

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  2. Wenn dir die Anbieter garantieren, dass du keine Post bekommst, würde ich das nicht unbedingt glauben. Lieber im Laden kaufen, ist zwar nervig mit anprobieren, aber die Sachen passen und es gibt keine Überraschungen, dass die Farben total anders ausfallen oder das Material seltsam ist.
    In einem französischen Supermarkt hab ich schon richtig schöne Sommerklamotten gekauft, weil ich zuviel warme Sachen eingepackt hatte.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich schwanke noch, aber unrecht hast du nicht! Das Problem ist die nicht vorhandene Mobilität (Auto). Vor Ort habe ich eine relativ kleine Auswahl, und für in eine Stadt muss ich jedes Mal ein Fahrzeug mieten. Na ja, wird schon.

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