Es war halt doch stressig

Ich weiss auch nicht genau wo vorne und wo hinten ist, aber es ist Merry

Alles ist gut gegangen und alle haben den Wechsel als gut erlebt. Dachten wir.

Da haben wir nicht mit unserer kleinen Hündin gerechnet. Sie, die stets so souverän mit Wechseln umgeht, alles freudig mitmacht und nie Unsicherheiten zeigt, hatte im Anschluss an all diese Umstellungen einen massiven Epilepsie-Anfall!Damit hatten wir nicht gerechnet. Sie ist nicht eine eigentliche Epileptikerin – sage ich mal so als Nicht-Spezialistin. Merry ist im Alter von ungefähr einem Jahr zu uns gekommen, seit 4 Jahren lebt sie mit uns und fiel nie durch einen Epi-Anfall auf bis im letzten Jahr. Da hatten wir eine relativ unruhige Zeit. Wir räumten und leerten langsam aber sicher das Haus, fuhren fast jedes Wochenende zum Boot, stets mit vollem Auto, und richteten es langsam für unser zukünftiges Leben her. In der Zeit hatte Merry zwei Mal einen leichten Epilepsie-Anfall. Jedes Mal schien uns, es habe einen Zusammenhang mit einer gewissen Unruhe in unserm täglichen Familienleben und mit dem Verlust eines geregelten Lebens. Seither geschah das aber nie mehr und wir vergassen diese Episoden total.

Die letzten vier Tage bis gestern Abend waren relativ unruhig für unsere Hunde. Das Zusammenpacken, diverse Transporte zum Chalet, wieder zurück zum Boot, da noch Dinge aus dem Weg räumen, damit die Werftleute leichten Zugang zu den Eingeweiden des Boots haben werden, alles was etwa umkippen oder runterfallen könnte während des Auswasserns wegräumen oder sichern… es war ein Kommen und Gehen. Mittendrin die zwei Hunde, die wohl überhaupt nicht verstanden was da abging, aber trotzdem völlig ruhig und gut gelaunt waren. Sie kamen zu ihren Spaziergängen und durften sich die ganze Zeit frei bewegen. Sie waren gutmütig und freundlich zu all den Leuten die da herum schwirrten und wir machten uns absolut keine Gedanken darüber, ob da irgend ein unterschwelliger Stress sein könnte. Der Grosse, das sind wir gewohnt, „klebt“ in solchen Fällen etwas mehr an uns, kommt sich des Öfteren versichern, dass alles in Ordnung ist. Die Kleine saust in der Regel herum, freut sich ob jeder Action und will überall ihre Nase zuvorderst haben. Alles normal und nicht auffällig.

Dann, spätabends nach dem grossen Tohuwabohu kommt sie plötzlich etwas unsicher und kleinlaut an, fängt an zu zittern und leckt sich dauernd die Lefzen, und schluckt und schluckt und schluckt! Augen geweitet und etwas starr. Ein kleiner Anfall, der nach ein paar Minuten vorbei ist. Wir können nicht wirklich etwas tun oder helfen. Wir hatten schon mal eine Hündin, welche starke Anfälle hatte; man kann den Hund sichern, damit er sich nicht verletzen oder sich auf die Zunge beissen kann, mehr kann man nicht tun.

Nach ein paar Minuten Ruhe, wir schon erleichtert über den bloss kleinen Anfall, geht’s dann aber richtig los! Es schüttelt sie, die Augen starr und weiss umrandet, sie versteift sich völlig und ist mit offenen Augen weggetreten. Bange Momente, die Arme tut mir so Leid und nichts kann getan werden um ihr zu helfen. Wir sind beide bei ihr , halten und streicheln sie und reden ihr leise gut zu. Wohl eher zu unserer eigenen Beruhigung. Es ist so frustrierend, einfach nichts weiter für sie tun zu können! Wir machen uns Vorwürfe, hätten nicht noch am Abend auf einem Nachbarboot  einen Besuch machen sollen, hätten die Einladung ausschlagen und den Abend in Ruhe im provisorischen Heim verbringen sollen! Das war einfach zu viel der Unruhe! Wir hätten es wissen und uns erinnern müssen wie es letztes Jahr war!

Im Nachhinein weiss man es immer besser und sich danach Vorwürfe machen ist reichlich spät. Wir müssen uns in Zukunft erinnern, dass Merry Stress nicht anzeigt und sich ihre Anspannung mit einem Epilepsie-Anfall entladen kann. Sie ist so ein tapferes Mädchen und macht fröhlich einfach alles mit, bis es dann auf einmal bäng macht!

Ich hoffe, wir denken beim nächsten Mal rechtzeitig daran und halten den Stresslevel tief! Sofern sich diese Anfälle vermeiden lassen, sollten wir alles dafür tun, denn lustig ist das für uns Alle nicht.

Im Anschluss an die beiden Anfälle hat sie die ganze Nacht hindurch wie eine Tote geschlafen (siehe Beitragsbild) und war am nächsten Tag wieder fit und munter. Es geht ihr gut und ich hoffe, dieser Monat, den wir jetzt im Chalet verbringen werden, bringt die nötige Ruhe und Normalität wieder zurück. Dann geht es ja wieder retour aufs Boot. Derselbe Zirkus nochmals, aber in die umgekehrte Richtung. Wir werden uns Mühe geben, das so relaxed wie möglich zu gestalten. Versprochen, Merry!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

3 Kommentare zu „Es war halt doch stressig“

    1. Danke für deine Anteilnahme, Peter. Wir werden das überstehen, das ist sicher. Komischerweise habe ich mich sogar gefreut, mal ein paar Wochen auf festem Boden zu verbringen und jetzt finde ich es etwas stressig. Unser Boot fehlt mir! Die Umgebung ist jedoch sehr schön hier und mit dem kleinen See praktisch vor der Haustür ist es ideal für die Hunde. Sobald schöner Wetter ist publiziere ich ein paar Bilder davon! Liebe Grüsse, Suzy

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