Zwei grosse Vorhaben erledigt

Wir sind in unsere provisorische Bleibe umgezogen, haben alles eingerichtet und etwas personalisiert, haben es eng aber recht gemütlich. Das Hüttchen wird offiziell für 5-7 Personen vermietet. Keine Ahnung wie es 7 (!) Personen hier drin eine Woche lang aushalten würden sollte es mal regnen! Aber für uns zwei
und die zwei Hunde ist es perfekt. Erst hatten wir so unsere Zweifel, ob wir uns nicht arg in die Quere kommen würden in diesem Queensize-Bett. Vor allem, weil der Platz rundum nur ca. 30 cm breit ist. Eigentlich sollte es umgekehrt sein. Im Boot eng und in einem Häuschen grösser! Nun, die erste Nacht bin ich ins Kinderzimmer ausgezogen, habe es mir aber schnell anders überlegt nachdem ich auf der eindeutig für Kinder gedachten Matratze innert einer Stunde auf den Lattenrost gesunken bin. Das Holz tat meiner Kehrseite nicht gut und innerhalb kürzester Zeit fühlte ich mich steif wie ein Brett.

Wir haben uns auf dem kleinen Doppelbett nun arrangiert. Das Chalet lässt sich heizen, das haben wir heute früh testen müssen. Gestern konnten wir noch gemütlich auf der Terrasse vom Sonnenschirm beschattet frühstücken und heute früh fühlten wir uns plötzlich in den November katapultiert. Bingo. Ausgerechnet heute haben wir ein Zwischentief!

Denn gerade jetzt, um 13:30 Uhr, sollte eigentlich der Kran eintreffen um das Boot aus dem Wasser zu hieven. Heute früh machte sich Mann auf, noch die letzten Vorbereitungen zu treffen: Schwarzwasser- und Frischwassertank leeren. Ich durfte mich nochmals umdrehen und etwas weiterdösen. Es brauche mich nicht. Das lasse ich mir frühmorgens gerne sagen!

Um 9.00 dann der Anruf: Der Kran sei schon da und er müsse sich beeilen, die wollten das Boot gleich rausnehmen. Die Kommunikation zwischen der Werft und der Kranfirma hätte irgendwie nicht geklappt und ich solle mich umgehend auf den Weg machen. Nach einer Katzenwäsche und nochmaligem Umziehen – Wetterbericht gibt gefühlte 16°C an, draussen ist aber Sibirien – machen wir drei, Hunde und ich, uns auf den Weg. Am Ufer des kleinen Sees entlang zum Hafen. Die Escapade hängt bereits am Kran und ist gerade noch so knapp im Wasser. Fast hätte ich die Gelegenheit verpasst, das erste Bild des ganzen Hebevorgangs zu schiessen! Die Spezialisten vom Kran und von der Werft sind ruhig und konzentriert an der Arbeit; unser Heim schwebt langsam, kontrolliert und sicher aus dem Wasser an den vorbereiteten Ort. Exakt über den vorgezeichneten Bodenmarkierungen werden die Füsse eingefügt, die Bolzen reingeschlagen und sie setzt sanft auf dem Boden auf. Nochmals kurz anheben um die Sockel unterzuschieben et voilà, unser Hausboot steht auf dem Trockenen. Super vorbereitet, ruhig gearbeitet, Boys! Ich bin erleichtert. Der Kranführer meldet das Gewicht: 24 Tonnen. Wir hatten das voraussichtliche Gewicht vorgestern noch heraufgesetzt, von geschätztem Leergewicht von 22 auf nicht über 26 Tonnen. Der Werftchef hatte uns gewarnt, dass mit den Kranführern nicht zu spassen sei und diese im Stande seien die Übung abzubrechen, wenn sie sich nicht auf das tatsächliche Gewicht haben vorbereiten können. Also lieber etwas raufsetzen. In meiner Ahnungslosigkeit hatte ich einfach angenommen, dass ein 100-Tonnen-Kran die Escapade einfach rausbringt, egal ob 22 oder 26 Tonnen schwer. Hab etwas dazugelernt. Kranführen ist eine exakte Wissenschaft! Jetzt wissen wir das Gewicht wenigstens genau: leer 24 und voll 28 Tonnen, eine gewichtige Lady! Mit unserer Umbauerei hat sie etwas an Gewicht zugelegt.

Wir zwei waren ganz gespannt, wie sie nach eineinhalb Jahren unter der Wasserlinie aussehen wird! Wir sind angenehm überrascht! Trotzdem wir mit dem Rumpf ein paar Mal gestreift hatten und sie vor allem Im Frühjahr viele Male grosse Äste und einmal gar einen ganzen Baum untendurch ziehen lassen musste, sehen wir fast keine Spuren davon, geschweige den Schädigungen. Ruder und Schraube sind intakt, einzig das Heckseitenruder ist etwas verschlammt, sonst ist wirklich nichts an Gebrauchsspuren zu sehen. Toll!

Zur Zeit wird sie mit Hochdruck abgespritzt. Wenn die erste Grundreinigung gleich nach dem Auswassern geschieht, geht alles ganz leicht ab, nur nicht trocknen lassen! Heute Nachmittag und morgen wird noch ihr Hangar gebaut, der dann über sie geschoben wird damit sie es schön trocken hat und die Arbeiten beginnen können. Wenn sie dann sauber in ihrem Hangar steht werden wir sie noch genauer inspizieren. Wir hoffen, nicht doch noch die eine oder andere negativen Überraschungen zu haben.

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

6 Kommentare zu „Zwei grosse Vorhaben erledigt“

    1. Nicht wahr? Ich bin auch jedesmal überrascht. Dank dem können wir überall durch und auch gut wild anlegen (was absolut genial und wunderschön ist). Aber wir sind keine Ausnahme damit, die typischen Flussboote sind so flach! Schön gefallen dir die Bilder, leider hatten wir Wetterpech 😉

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      1. Hauptsache ihr hattet keine Sturmböen, während das Boot am Haken hing. Es ist schon seltsam genug, wenn es nicht im Wasser ist, Sie sieht irgendwie nackig, unvollständig, hilflos aus. Wenn sie mein Zuhause wäre, hätte ich mir wohl sämtliche Nägel abgekaut.

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