Untergetaucht / 100!

Vollbad heute früh. Nicht freiwillig. Auch nicht in einer Badewanne (wir haben keine). In der Saône.

Aber von Vorne: Unsere Nachbarn auf diesem Ponton wollten um 8 Uhr ablegen. Sie haben ihr Boot verkauft und wollen es, nach 16 Jahren Leben auf diesem Boot, morgen in St-Jean-de-Losne dem neuen Besitzer übergeben. Vor 5 Tagen legten sie hier an und erzählten uns, sie müssten weiter nach Mulhouse um das Boot dort zu übergeben. Da wir von Freunden wussten, dass der Canal du Rhône-au-Rhin  zur Zeit wegen eines Erdrutsches nicht durchgängig befahrbar ist, kamen wir ins Gespräch und hatten in der Folge einen sehr netten Kontakt. Also standen wir auch früh auf heute um sie zu verabschieden.

Wir standen auf dem Ponton, die beiden Flamen (Belgier aus dem flämischen Teil = Flamen?) bereits mit laufendem Motor abfahrbereit auf dem Boot. Ging nur noch um die Leinen lösen. Natürlich halfen wir dabei. Ich auch. Ich löste „meine“ Leine am Heck und wollte sie schwungvoll aufs Boot werfen – Leinen im Wasser sind eine Gefahr denn sie könnten sich in der Schiffsschraube verheddern. Die Leine landete erfolgreich auf Deck und ich im Wasser.

 >>> Lese nach dem Einschub weiter



100 BeiträgeDas ist mein 100ster Beitrag. Ich hoffe, das ins Wasser fallen ist kein Omen;-). Vielen Dank an meine Follower und auch an die vielen Leser und Leserinnen die ab und zu reingucken ohne Follower zu sein! Ihr seid alle sehr motivierend, danke 🙂



Ich weiss ja, dass ich mich manchmal etwas blöd anstelle, aber gerade so? Nun, nach dem Untergehen (ich habe so ein Bild von wirbelndem Wasser noch vor Augen) und ein paar Sekunden Schnappatmung, dachte ich nur: Suzy, jetzt aber ganz ruhig, ruhig, ruhig. Neben mir das riesige Boot mit blubbernden Motor, auf der andern Seite der Ponton, der viel zu hoch liegt um sich einfach raufzuziehen. Ausserdem hatte ich wegen der morgendlichen Kühle eine Faserpelzjacke an und diese war sekundenschnell sehr schwer geworden. Die Jeans, die ich trug, machten die Sache nicht besser. Erfolgreich an den Ponton geschwommen hielt mich mein Mann über Wasser, bis ich mich selber an einem der Klampen festhalten konnte. Schliesslich brachte unser neuer Bekannte sein Boot so nahe an mich ran, dass ich mich am Boot entlang zum Heck durchhangeln konnte wo sich eine Ausstiegsleiter befand. Mit den tonnenschweren Kleidern die Leiter hinaufzusteigen war auch nicht grad easypeasy.

Nun, klatschnass verabschiedete ich das flämische Pärchen um dann umgehend unter eine heisse, lange Dusche zu verschwinden. Seltsamerweise war mir nicht kalt geworden aber ich schreibe das einem kleinen Schock zu.  Die Saône ist sicher noch nicht viel über 10 Grad warm und ich gehe nie freiwillig in Wasser das unter 22°C warm ist! Die nette Flamin winkte noch wir verrückt und rief mehrmals, dass sie uns ganz sicher nie vergessen werden. Na, das glaube ich gerne. Ich auch nicht.

Ich verstehe immer noch nicht, wie ich das Gleichgewicht verlieren konnte, aber die ganze Sache ist uns eine Lehre: Wir müssen schleunigst eine Bordleiter haben, denn jemanden alleine rauszuziehen ist nicht so einfach! Gar nicht zu denken jemanden, der nicht schwimmen kann! Der Rettungsring muss in kürzester Zeit bereit sein. Ich habe schon einen gesehen, da war die aufgeschossene Leine mit Kabelbinder zusammen gebunden. Soviel zu allzeit bereit. „Mann über Bord“ kann immer und jederzeit passieren, deshalb wird das Manöver für den Bootsführerschein auch geübt, allerdings nur aus der Sicht des Bootsführers. Was der Überbordgegangene tun sollte habe ich ja jetzt geübt. Bei mir war es halt „Frau von Ponton“ was eigentlich nicht sehr spektakulär ist, ausser man ist diejenige welche.

Die im Wasser verlorenen Badelatschen sind auch wieder aufgetaucht und konnten von Mann rausgefischt werden. Kein weiterer Schaden also.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

2 Kommentare zu „Untergetaucht / 100!“

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