Ging wieder einmal nicht schnell genug

Schnelle Schnecke, gezeichnet. Als Versinnbildlichung der Eile

Gestern Abend beim Kochen habe ich wieder mal eine Dummheit gemacht weil ich es eilig hatte. Eilig aus keinem speziellen Grund. Habe ich hier schon erzählt, dass ich eine ungeduldige Person bin? Ich glaube schon.

Meine Ungeduld bringt mich dazu, beim Schreiben jeden 5. Buchstaben wegzulassen. Ich glaube ernsthaft, Tischecken müssen nicht umrundet werden. Überhaupt, mir im Weg stehendes brauche ich nicht zu berücksichtigen! Alles was ich machen will, kann ich in einer Stunde, einem Tag oder allerhöchstens einer Woche schaffen und so fort. Überall dort, wo andere genau und präzise arbeiten, tatsächlich glauben, dass etwas im Weg steht, begreifen, dass alles seine Zeit braucht, nehme ich meistens die Direttissima und wundere mich dann, wenn es schief geht. Mann kann über mich meist nur den Kopf schütteln. Recht hat er! Ich muss dann Texte peinlichst genau nach Fehler absuchen, habe überall blaue Flecken, muss nachbessern, wiederholen, oder habe dann einfach ein Ergebnis das eher nach Art Brut aussieht als nach einer Strickjacke oder einer neu gestrichenen Wand.

Gestern Abend, beim Kochen, ging es wieder einmal nicht schnell genug. Die Kartoffeln fürs Purée waren gar, Fleisch und Gemüse waren schon servierbereit. Entgegen aller Logik versuchte ich die Kartoffeln ohne Sieb abzuschütten, einfach indem ich einen Spalt zwischen Pfannenrand und Deckel liess, damit die Kartoffeln nicht aus der Pfanne herauspurzelten, und schüttete das Wasser ins Spülbecken ab. Den Spalt gegen mich gerichtet natürlich.

Das ging nicht gut. Ich hielt den Deckel wohl nicht fest genug und das kochend heisse Wasser schwappte über die  Spüle direkt auf meine Mitte, von Magen bis Hosenbund. Hh…hh…hh…tat das weh!!!

So schnell bin ich in meinem ganzen Leben noch nie aus den Kleidern gesprungen! Sie flogen nur so weg. Mann hat kaum verstanden was passiert ist, ich war schon unten im Bad und drückte mir ein mit kaltem Wasser getränktes Duschtuch auf Magen- und Bauchbereich. Unser Wasser kommt aus dem Tank unter der Wasserlinie, und wenn ich sage „kaltes Wasser“, dann meine ich wirklich KALT. Die ersten paar Minuten hyperventilierte ich daher und hatte Angst davor, auch noch umzukippen. 10 Minuten lang nässte ich das Tuch nach, schliesslich spürte ich meine Mitte fast nicht mehr. War halb eingefroren.

Meine schnelle Reaktion hat sich aber gelohnt. Ich habe zwar rote Flecken und es schmerzt auch, aber das Schlimmste ist abgewendet. Puh, wieder mal Schwein gehabt. Ich hoffe, ich werde jetzt dann wirklich mal vernünftig und lerne ein für alle Mal, überlegter zu handeln! Köpfchen, Suzy, Köpfchen!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Ging wieder einmal nicht schnell genug“

  1. Oh je, zum Glueck ist es nicht schlimmer!! Gute Genesung. Ich kenn das uebrigens, bin genauso ungeduldig. Ich hab auch grundsaetzlich immer einen verbrannten Gaumen oder Zunge, weil ich nicht warten kann bis Tee / Essen abgekuehlt sind.

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