Wer wagt, gewinnt

… und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

So verkürzt würde ich es nicht unbedingt ausdrücken. Sagen wir mal so, wer nicht das Bedürfnis hat, einmal etwas zu wagen: Ist auch ok; für Alle die ist dieser Beitrag nichts.

An alle andern: WAGT ES! Wartet nicht zu. Wartet nicht auf bessere Zeiten, eine solidere finanzielle Lage, den besseren Partner, den besseren Job, bis die Kinder gross sind, was weiss ich. Wir haben nicht Alle 100 gesunde Jahre zur Verfügung; also los, Träume umsetzen.

Sofort, jetzt. Dann heute also! Heute starte ich mit der Suche nach der neuen Wohnung, dem neuen Job, organisiere ich mein Auslandjahr oder die Auswanderung, beende die beengende Beziehung. Ab heute sage ich was ich denke, höre ich auf mit den ewigen Einwänden, schaffe ich mir eine Auszeit, breche ich aus meinen Denk-und Verhaltensmuster aus. Ab heute lerne ich mein Wunschinstrument spielen. Heute fange ich an meine Selbstständigkeit zu planen … genau heute.

Ich kann mich da durchaus selber an der Nase nehmen (siehe Artikel gestern) und habe manchmal furchtbare „Hänger“. Ich verbleibe einfach in meiner Schlaufe und bin dann, ehrlich gesagt, gar nicht sooo unglücklich dabei. Es ist vorübergehend; das weiss ich aus Erfahrung. Meist geht es plötzlich einfach wieder los, ab, quer durch die Mitte und quasi wie von selbst. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, merke ich dann was ich da losgetreten habe. So fand ich mich jeweils in einem neuen Job, in einem neuen Land, und, und, und …. und jetzt eben auf einem Hausboot. Das ist aber meine ureigene Persönlichkeit, nicht jeder tickt so.

Als Gesellschaft sind wir sind leider alles Kinder einer Sicherheits- und Versicherungskultur. Aber totale Sicherheit gibt es nicht und ich finde, diese Kultur schränkt uns ungemein ein. Wir haben Angst vor dem eigenen Schatten bekommen. Klar kann etwas schief gehen, der tolle Job ist nicht das Erträumte, die neue Wohnung hat auch Defizite, die neue Stadt oder das neue Land verlangt einem Einiges ab, ohne Partner ist man allein (Überraschung!), das eigene Unternehmen legt nicht einen Senkrechtstart hin und das Buch, das man endlich geschrieben hat, ist nicht gerade ein Bestseller geworden.

Aber es bereichert uns! Wir haben dazu gelernt und uns selbst besser kennen gelernt. Wir haben uns durchgebissen und sind schon etwas stolz auf uns. Wir haben Unbekanntes und Unbekannte getroffen. Wir haben uns in eine andere Kultur eingelassen und uns lösen müssen von angelernten Denkschemata. Wir sehen die Welt von einer etwas anderen Perspektive. Wenn’s ganz ganz schlimm kommt, brechen wir die Übung ab, geben auf, buchstabieren zurück. Auch dazu braucht es Mut. Hey, sogar Misserfolge bringen uns weiter!

Die Wahrscheinlichkeit, dass es gut kommt, ist hingegen viel grösser. Wir machen tolle neue Erfahrungen, erleben unerhört Spannendes, lernen neue Menschen kennen. Die neue Wohnung, die neue Stadt, das neue Land ist einfach toll. Manchmal ist es ein wenig anstrengend, aber das gehört einfach dazu. Das neue Leben ist belebend, spannend und auch herausfordernd. Wir schlagen uns durch und sind mega stolz auf uns, lernen dazu und freuen uns, dass wir etwas gewagt und geschafft haben!

Wer’s nie wagt, verliert eben doch irgendwie.

An Alle, die es bereits gewagt haben: SUPER! Finde ich grossartig. Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

6 Kommentare zu „Wer wagt, gewinnt“

  1. Wie recht Du doch hast! Obwohl ich ja mit meinem Umzug nach Irland schon gewagt habe, gibt es immernoch viele Dinge, die ich vor mir her schiebe anstatt sie sofort anzugehen. Klar, manches geht einfach gerade nicht, aus welchen Gruenden auch immer. Aber Du hast so recht… Danke fuer die Erinnerung 🙂

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    1. Klar, auch nach einer grossen Umstellung wie ein Umzug in ein anderes Land ist es nicht einfach vollbracht. Es gibt immer wieder grosse oder kleine Wünsche oder Vorstellungen die man umsetzen möchte und nicht alles ist immer sofort möglich. Ich finde, wichtig ist, Wünsche und Ziele im Fokus zu behalten und sobald die Zeit reif ist zur Tat zu schreiten. Je öfter wir das tun desto einfacher scheint es. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass es viele gar nie schaffen. Beim ersten Mal sind die Hürden am höchsten! Aber es geht und gibt ein gutes Lebensgefühl!

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  2. Hi Suzy,
    Ich bin perplex! Die mit allen Wässern gewaschene, weltgewandte, praktisch orientierte, erfolgreiche Suzy mischt sich unter die vielen Psychologen, die z.Z. durch die Medien geistern, um uns zu entschlacken und Lebensmut einzuhauchen. Du hast natürlich recht in jedem Punkt, doch hätte ich mir vorgestellt, dass ein Paar, das solch drastische Entscheide gefällt hat wie ihr beide, diese Punkte längst schon abgehakt und abgelegt hätte!
    Ich habe meine privaten Angelegenheiten auch umgestellt und damit mehr freie Zeit gewonnen. Z.Z. lese lese ich Bertrand Piccard’s: „Die richtige Flughöhe“ (wie wir Ballast abwerfen und ein besseres Leben führen können). Dem Weltumsegler und Psychiater Piccard geht es um dasselbe wie dir, Suzy: Gewohnheiten, Normen, Ballast abwerfen, um frei zu werden, alles von verschiedenen Seiten aus zu betrachten, um dann die beste Richtung und „Windkraft“ wählen zu können. Die Hirnforscherin und Psychotherapeutin Britta Hölzel schlägt in ihrem Buch „Achtsamkeit, mitten im Leben“ in dieselben Tasten…
    Euch vielen Dank für die inspirierenden Beiträge und viel Vergnügen auf und neben dem Wasser.
    Sylvia

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    1. Danke, Sylvia, für die Blumen. Ich habe effektiv gezögert, den Artikel zu publizieren, will ich doch alles andere als belehrend wirken. Was wir „praktizieren“ passt zu uns und unserem Leben. Das können und wollen wir niemandem aufzwingen. Allerdings sehe ich, heute klarer denn je, wie viele von uns gefangen sind in einem Leben das sie so gar nicht wollen und die Lösung vielleicht in der falschen Richtung suchen. Vielleicht hilft da mein Ansporn ein wenig! Cheers, Suzy

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  3. Manchmal denke ich, wir leben in einer Verunsicherungskultur. Wenn mal jemand etwas wagen möchte, sein Leben verändern möchte, kommen so viele „Ja, aber…!“, „Pass bloß auf!“, „Das könnte ich nicht!“, „Denk doch an die Zukunft!“, dass viele es nicht wagen. Ich würde mir eine Kultur wünschen, in der solche Veränderungen positiv anerkannt und nicht nur klein geredet werden von Ängsten der anderen Menschen.

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    1. Ja, genau so ist es! Das finde ich so engherzig. Man muss es einfach durchziehen und was andere denken ist egal. Jeder hat nur ein Leben und dieses sollten wir aktiv gestalten. Ich stelle mir immer vor, wenn ich dann einmal alt und gebrechlich bin möchte ich viele tolle Erinnerungen haben und mir nicht sagen müssen, ach hätte ich doch ….

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