Ich bin eine Eule

Leider. Dabei wäre ich mein Leben lang gern eine Lerche gewesen. Raus aus den Federn, voller Energie und Tatendrang. Frühstücken. Fröhliches Geplapper. Pläne für den Tag. Raus mit den Hunden. Fotoapparat mitnehmen. Zurück ins Haus/Boot. Kurz durchräumen. Blog schreiben. Kuchen backen. Malen, zeichnen, schreiben, basteln, lesen, surfen, Musik hören, was auch immer. Und dann ist erst 16 Uhr! Kochen. Essen. Früh ins Bett. Toll, so toll! Ich hab’s nie geschafft. Ich bin am Abend fit, bis tief in die Nacht, wenn man mich lässt bis in die frühen Morgenstunden.

Das geht natürlich nicht wenn man zu Bürozeiten arbeitet. Dieses früh aufstehen hat mich kaputt gemacht, schon zu Schulzeiten! Mit früh meine ich vor acht Uhr, schlimmer, vor 9 Uhr. Wenn mir nicht jahrzehntelang die erste Koffein-Dosis ans Bett gebracht worden wäre, hätte ich es wohl überhaupt nie in ein Büro geschafft. An dieser Stelle ein Riesendankeschön an meinen Ehemann, der mich unermüdlich erst mit Kaffee abfüllt und dann im fünf Minuten Takt die aktuelle Zeit durchgibt. Danke, danke, danke!

Seit Ende November bin ich nun nicht mehr im „aktiven Leben“ (auch so ein idiotischer Begriff, den Rentner übergestülpt erhalten!). Ich habe damit gerechnet, dass ich in eine Art Koma fallen werde und mich erst ein mal richtig ausschlafe. Dieser komaartige Zustand fand dann nach den ersten 10 Tagen Feriengefühl auch statt. Inzwischen bin ich wieder aus dem Bett gekrochen, aber mein EINZIGER Vorsatz, nämlich mich in eine Lerche zu verwandeln, wenn ich einmal nicht mehr aufstehen muss sondern darf – also jetzt – , lässt sich offenbar nicht auf ein Fingerschnippen umsetzen. Ich bin immer noch eine Eule.

Gut, ich habe eine Entschuldigung: das Wetter ist mies und um acht Uhr ist es hier noch fast dunkel (weiter im Westen als gewohnt). Aber auch dies funktioniert nicht mehr lange. Mein Mann meint, wenn wir dann mal mit dem Boot los können wird alles anders! Es besteht also noch Hoffnung, immer schön optimistisch bleiben!

Eine kleine Verbesserung mache ich allerdings bereits aus: ich bin um acht wach, ok, eigentlich habe ich einfach schon die Augen offen. Geht auch besser um die Kaffeetasse zu finden. Dann lese ich ein bisschen, dann kommt der zweite Kaffee, dann muss ich mal, und nachdem ich mir den dritten Kaffee selbst geholt habe (oho!) muss ich nochmals im warmen Bett überlegen, um welche Zeit ich auf will, sollte, müsste. Ich hasse das! Ich hasse mich!

Ich möchte jetzt wirklich zur Lerche mutieren. Ich möchte am Morgen früh die Augen aufschlagen und mir sagen: Hey, cooler Tag, es ist noch früh und so toll draussen, und ich will viel erledigen, und fühle jetzt grad unheimlich Energie und Lust den Tag so richtig zu nutzen! Aber ich fürchte, bis ich mit diesem ganzen Spruch durch bin, sind mir die Augen wieder zu gefallen. Also versuche ich es gleich morgen (trifft sich gut, es ist Montag) mit dem Trick den ich in einer Sendung auf You Tube gesehen habe; ein Tipp so einer der vielen Gurus und Guru-innen. Mach es wie in Cape Canaveral: five, four, three, two, one and upppp!

Ich melde mich dann morgen wieder.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

7 Kommentare zu „Ich bin eine Eule“

  1. Oh, dass kenne ich gut. Aber selbst, wenn ich früh aufstehe werde ich erst ab Mittag wirklich leistungsfähig. Dafür kann ich aber nachts um 01:00 noch richtig etwas erledigen (Steuererklärung und so), während der Ehemann schon tief und fest schläft – und gar nicht anders kann, weil er eine Lerche ist. Als wir ein Baby hatten, war das praktisch am Wochenende. Der Ehemann übernahm das Baby morgens und ich machte die Abendschicht. So hatten wir beide etwas davon. Ich durfte morgens schlafen, er abends. Also lerne, Deine innere Eule zu umarmen 😉.

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  2. ….ich waere dann eher der Gattung Siebenschlaefer oder Faultier zuzuordnen… Ich bin abends um 10 absolut kaputt und mir fallen die Augen zu, aber ich komme morgens trotzdem nicht in die Gaenge. Wecker hoeren? Kannste vergessen. Mein Wecker klingelt eine Stunde lang, erst alle 10 min, dann alle 5, dann jede Minute. Mein Bruder ruft ein bis zwei mal an, da geh ich im halbschlaf sogar dran, manchmal, und dann redet er so lange, bis er glaubt, ich waere wach. Danach schlaf ich aber meist nochmal ein…und letztenendes habe ich oft nur 10 oder 15 min Zeit um schnell die Zaehne zu putzen und in meine Klamotten zu huepfen bevor ich zum Bus muss. Ich war lange Zeit Red Bull suechtig, ohne das war ich nicht faehig zu arbeiten. Jetzt beschraenke ich mich meist auf Schwarztee, aber ich bin irgendwie trotzdem permanent, kontinuierlich einfach IMMER muede. Also wenn du den Trick raus hast, wie man zur Laerche mutiert…bitte bitte, lass es mich wissen!

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  3. Vergiss es, liebe Suzy, die Lerche ist nicht dein Ding. Mit der Eule hast du ein gutes Leben gehabt, oder etwa nicht? Mir jedenfalls ging es so: Schulaufgaben spät abends, nie morgens. Abends aufgeblüht, zu allem bereit und viel erlebt. Verschlafene Morgen werden mehr als wettgemacht von unvergesslichen Abenden und Nächten, auch wenn man z.Z abends etwas weniger aufblüht als auch schon…
    Lass deinen Charme strahlen, liebe Eule.
    Herzlich
    Sylvia

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