Was war das? (Angsthase meets Skeptiker)

Das Bugstrahlruder ist unter dem Bug montiert. Hier aufgenommen als das Boot ausserhalb der Wassers war. Es sieht aus wie eine Metallblume.

Hast du das auch gehört? Diese oder so ähnliche Fragen stellen wir uns fast jeden Tag. Ich fürchte, wir sind  ziemlich phobisch in Bezug auf Geräusche und Töne, die ein Boot so von sich gibt. Leser/innen die in einem alten Holzhaus wohnen verstehen mich vielleicht noch am ehesten. Da knackt und ächzt es manchmal auch. Mit einem Unterschied: ihr Haus kann nicht untergehen, unseres hingegen schon. Da wird man schon skeptisch bei jedem aussergewöhnlichen Summen, Knarren oder noch schlimmer: Plätschern!

Ich gebe es zu: Ich bin ein Angsthase. Und ich hasse Geräusche die ich nicht genau zuordnen kann. Sicher hilft da mein „Freund“ Tinnitus, der mich begleitet seit ich achtzehn war, nicht gerade. Ich muss einfach sofort wissen, woher ein Geräusch kommt und ob es nicht etwa Tinnitus ist, der sich wieder etwas Neues ausgedacht hat.

Nun ist es selten das Boot allein, das Töne von sich gibt. Es sind die ganzen Installationen, die lediglich durch eine Holzwand, respektive Holzboden vom Wohnbereich abgetrennt sind. Man hört die Pumpen, den Heizkessel, die Lüftung. Gerade bei den Pumpen gibt es „gute“ Pumpen, welche uns das Frischwasser bringen und das Brauchwasser wieder abführen. Dann solche die man lieber gar nie arbeiten hören möchte: die Bilgenpumpen, die nur dafür da sind, eindringendes Wasser wieder nach draussen zu befördern. Alles was elektrisch ist oder eine Feuerquelle sein könnte, wird ebenfalls scharf beobachtet. Wenn wir heizen hören wir leise den Brenner. Sollte je etwas ähnlich brummen ohne dass wir heizen, wären wir ganz, ganz schnell auf hundert!

Die ganze Bordelektrik ist mir ein Rätsel. Davon verstehe ich nichts. Wohl deshalb hasse ich jede Art von Summen, Surren oder ähnlich, geschweige davon wenn irgend eine Sicherung umklappt. Das ist ja ein Zeichen, dass es irgendwo ein Problem gibt, nicht!?

Sämtliche Stellen, an denen der Schiffsbauch durchbohrt werden musste, lösen Argwohn in mir aus. Ich hoffe einfach, dass überall da wo etwas raus muss (Abgase, Überlauf-Wasser) nichts reinkommen kann. Diese Ausgänge liegen nämlich unverständlicherweise nicht weit über der Wasserlinie sondern gerade knapp darüber, wenn nicht gar drunter. Voll unter dem Wasser montiert und mit Steuerungskabel versehen sind Schraube, Ruder und die Bug- und Heckstrahlruder (siehe grosses Bild oben: Bugstrahlruder). Auch da hat es Löcher! Ach, was bin ich froh, haben wir die Bilgenpumpen!

Es kommt auch ab und zu vor, dass es ganz ordentliche und fühlbare Rumms und Bumms gibt. Mal kann eine Böe uns heftig ins Nachbarboot schubsen. Das finde ich noch lustig, puffern uns doch die Fender gut gegen Schläge. Das ist dann eher so wie auf dem Rummelplatz. Anderes Geschrumms am oder unter dem Rumpf sind schon weniger zu erklären. Im Hafen ist das Wasser ohne nennenswerte Strömung, also kommen in uns treibende Baumstämme nicht in Frage. Vielleicht Welse? Seit ich mal gesehen habe was die Fischer hier so an Land ziehen, könnte ich mir schon vorstellen, dass es Welse sind. Die sind ja riesig und sehen dazu irgendwie gemein aus mit ihrem grossen Maul! Puh, da würde ich höchstens bei ganz, ganz klarem Wasser schwimmen gehen, in der Hoffnung, die Welse ziehen tatsächlich trübes Wasser vor!

 

 

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

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