Hier die Antworten

FAQ Frequently Asked Questions

Wir haben den Abschied von der Schweiz und unser neues Leben auf dem Hausboot über ein Jahr lang vorbereitet und in dieser langen Zeit war dieses neue Unternehmen natürlich immer wieder ein Thema mit Freunden und Kollegen. Dabei gab es an Reaktionen so ziemlich alles, von purer Skepsis bis heller Begeisterung. Wir sind da ja vielleicht ein wenig naiv und haben uns nicht viele Sorgen gemacht um das „wie das dann genau sein wird“ (kommt eh ja anders!). Die Vorabklärungen für die Ausreise, der Verkauf des Hauses, die Entledigung aller unserer nicht mehr benötigten Besitztümer, nahm viel mehr Zeit in Anspruch als die Planung des zukünftigen Lebens.

Die zum Teil lustigen, spontanen oder auch berechtigten Fragen oder Bemerkungen, die wir zu hören bekamen, können wir nun aus Erfahrung beantworten:

Wie machst du das mit den Kleidern?

Erstaunlich, diese Frage hätte sich mir nie gestellt. Aber hier trotzdem die Antwort: Basics, Basics, Basics. Was soll ich hier denn sonst anziehen? Das absolut hippste das wir hier unternehmen ist mal auswärts essen. Dafür benötige ich keinen grossen Kleiderschrank. Die sehen mich ja ohnehin meistens nur einmal, da der Zweck des Unternehmens „Hausboot“ das Fahren und Entdecken ist und wir folglich immer wo anders sind (sein werden).

Habt ihr denn da eine Heizung?

Ja! Sogar eine Zentralheizung mit Radiatoren in jedem Raum. Wir haben’s kuschelig warm. In der Nacht und wenn wir weg sind stellen wir sie aus Sicherheitsgründen zwar ab (Feuer auf einem Boot ist das meist gefürchtete Malheur). Dafür haben wir zwei Ölradiatoren die eine allzu grosse Abkühlung verhindern.

Och, kommt ihr denn klar mit der Feuchtigkeit?

Wir leben auf und nicht im Wasser. Neoprenanzüge sind nicht nötig ausser wir wollen im Winter schwimmen gehen. Wollen wir nicht. Ausserdem ist die vielleicht leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit im Winter ja gut; wir brauchen keine Luftbefeuchter. Es sind stets so um die 45% Luftfeuchtigkeit und damit tropft es noch nicht die Wände herunter.

Dann seid ihr ja so weit weg und wir sehen euch kaum mehr!

Bitte? Wir sind erst mal nur in Frankreich, später dann vielleicht in den Beneluxstaaten und Deutschland. Polen wäre auch nicht schlecht. Aber weit weg?! Wir sind hier nicht in der Antarktis! Und wir haben Mail, Telefon und befinden uns meist in der Nähe von Strasse und Schiene. Das erleichtert den Kontakt und ein Wiedersehen für uns und unsere Freunde doch in beide Richtungen enorm!

Wirst du denn gar nicht seekrank?

Auf dem Meer ist das schon mal vorgekommen. Aber auf Fluss und Kanal? Die Flüsse hier sind keine Wildwasser sondern träge fliessende Gewässer und auf den Kanälen ist das Wasser reguliert und flach wie auf einem See. Ausserdem haben wir ein Flachbodenboot, da braucht es sehr viel bis es wirklich schaukelt.

Uhh, die vielen Schleusen!

Ja, ohne Schleusen keine Kanäle und keine Überwindung von Hügeln. Schleusen ermöglichen erst das Durchfahren von Europa auf den Wasserstrassen. Es gehört einfach dazu und mit etwas Übung schleust man wie von selbst; die Handgriffe sitzen und jeder weiss was zu tun ist. Ein kurzer Schwatz mit dem Schleusenwärter oder wer halt sonst grad so an der Mauer steht und weiter geht’s. Ist doch schön!

Was machst du, wenn eines von euch krank wird?

Eine ernste Frage. In einem banalen Fall fahren wir nicht, legen an und suchen wenn nötig einen Arzt. Ausserdem sind andere Bootsleute sehr hilfsbereit. Wir werden gaaanz selten sehr abgelegen und völlig auf uns gestellt sein. Im Ernstfall sind wir uns einig: das kann überall passieren und kurzzeitig ein grosses Problem sein. Wir rüsten uns mit Notrufnummern aus und sind bestens versichert.

Das Leben ist ein Risiko. Angst soll uns nicht davon abhalten zu leben und erleben.

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Hier die Antworten“

  1. Tja, dann komm ich jetzt noch mit einer ganz anderen Frage. Wenn ich mich so zurueck erinnere, wie oft ich hier nach einem Adressnachweis gefragt wurde…den ich nicht bringen konnte, weil mein Mietvertrag nicht ausgereicht hat. Wie macht ihr das? Wo lasst ihr eure Post hin schicken?

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  2. Oh, das sind zwei guten Fragen! Zu Beginn waren wir hier auch ziemlich am schleudern. Es kam uns so vor, als müssten wir ständig ein Papier bringen, das wir eben noch nicht hatten, weil am andern Ort genau das Papier verlangt wurde, welches wir am beantragen waren. Die Katze beisst sich in den Schwanz… Die Lösung war die Immatrikulation unseres Bootes; das bringt dir jetzt nicht grad viel, sorry. Zum Trost: es blieb auch so wirr und irgendwie und mit hin und her geht es halt dann doch. Die Frage nach der Postadresse ist hingegen einfach zu beantworten: Courrier du voyageur. Das ist eine spezialisierte Firma für Postsendungen und Kontakt (Serviceleistungen gehen bei Bedarf bis zu Rechnungen bezahlen und Buchhaltung) für Expatriates, d.h. Franzosen im Ausland oder Ausländer in Frankreich. Sie scannen unsere Post und mailen sie uns, ggf. senden sie uns die Papierversion an anzugebende Adresse zu. Toller Service!

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